Pokal-Glücksgefühle bei Arminia Bielefeld - Gladbacher Traum jäh geplatzt
Halbfinale wie ein Lottogewinn

Der Bielefelder Torwart Alexander Schwolow (links) hielt den entscheidenden Elfmeter gegen Mönchengladbachs Ibrahima Traore. Bild: dpa
Hochverschuldeter Drittligist gegen millionenschweren Werksclub: Nach einer rauschenden Pokalnacht will Arminia Bielefeld nun gegen den VfL Wolfsburg das nächste Kapitel in einer unerwartet erfolgreichen Saison schreiben.

"Das wird noch ein wenig dauern, bis wir das begriffen haben. Ins Pokal-Halbfinale zu kommen, ist wie im Lotto zu gewinnen", sagte Arminia Bielefelds Kapitän Fabian Klos. Erst zum siebten Mal in den vergangenen 30 Jahren schaffte eine Mannschaft, die nicht aus den ersten beiden Ligen kommt, den Sprung in die Vorschlussrunde.

Beim 6:5-(1:1, 1:1, 1:1)-Erfolg nach Elfmeterschießen gegen den Favoriten Borussia Mönchengladbach wuchs der Außenseiter einmal mehr über sich hinaus und schaltete den dritten Bundesligaclub nacheinander aus. "Das ist ein außergewöhnlicher Moment im Leben eines Fußballers", meinte Trainer Norbert Meier. "Jetzt haben wir endlich ein Live-Spiel im öffentlich-rechtlichen Fernsehen."

Der Trainer, der nach dem Zweitligaabstieg ein schlagkräftiges Team geformt hat, weiß auch, dass die Belastungsgrenze bald erreicht ist. "Jetzt haben wir den Salat und wieder ein Spiel mehr. Unsere Mannschaft ist dafür eigentlich nicht aufgestellt", betonte der Coach. "Unser Hauptgeschäft ist die 3. Liga, da sind wir am Samstag in Dresden wieder gefordert". Für die hochverschuldeten Bielefelder ist der dritte Halbfinaleinzug der Vereinsgeschichte finanziell überaus lukrativ. Mit dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg dürfen sie sich nun schon auf fast fünf Millionen Euro Zusatzeinnahmen freuen. Der Club ist mit mehr als 25 Millionen Euro nach wie vor hoch verschuldet.

Das Spiel gegen die Gladbacher hatte alles, was ein Pokalspiel braucht. Nach zwei Stunden und 41 Minuten ging die Party in der restlos ausverkauften SchücoArena erst richtig los. Bielefelds Torhüter Alexander Schwolow, der schon zwei Runden zuvor gegen Hertha BSC zwei Elfmeter halten konnte, parierte den Schuss von Ibrahima Traore und sicherte seinem Team damit den Einzug in die nächste Runde. Zuvor hatten jeweils Raffael und bei den Bielefeldern Marc Lorenz verschossen.

Für Borussia Mönchengladbach sind die Hoffnungen auf den ersten Titelgewinn seit 20 Jahren damit begraben. Wie schon 2001 gegen Union Berlin und 2004 gegen Alemannia Aachen jeweils im Halbfinale scheiterte der dreimalige Pokalsieger auf dem Weg nach Berlin am unterklassigen Gegner. "Das ist verdammt bitter. Wir hatten alle den Traum vom Finale", sagte Sportdirektor Max Eberl.
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