Polak erlöst den Club

Jubel und Erleichterung beim 1. FC Nürnberg. Niklas Stark, Alessandro Schöpf, Jan Polak und Kevin Möhwald (von links) jubeln über den 3:2-Sieg gegen den 1. FC Heidenheim. Bild: dpa

Er war schon als Mann des Abends vorgesehen: Club-Stürmer Danny Blum, der fast die komplette vergangene Saison gefehlt hatte, spielte einfach stark. Held des Abends beim Sieg gegen den 1. FC Heidenheim war dann doch ein anderer.

Nürnberg. (mr) Er trat so auf, als wollte er an diesem Abend alles nachholen, was er in der vergangenen Spielzeit verpasst hatte. Danny Blum zeigte den Nürnbergern am Freitagabend den Weg: "Die Fans sollten einfach sehen, dass wir den totalen Willen haben", sagte der 24-jährige Angreifer nach dem 3:2-Sieg am Freitagabend gegen den 1. FC Heidenheim. Auf dem Rasen machte er fast alles richtig, nur hinterher lag er etwas daneben: "Fußball ist Tagesgeschäft. Wir haben heute Freiburg vergessen gemacht." Das 3:6 von Freiburg wird den Cluberern aber schon noch etwas länger nachhängen, die Wiedergutmachung ist ihnen aber zumindest etwas gelungen: "Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen. Aufgrund unserer Gesamtleistung haben wir aber den Sieg verdient", freute sich Club-Coach René Weiler.

Dabei hatten sich die Club-Fans unter den knapp 25 000 Zuschauern eigentlich schon mit dem Unentschieden abgefunden. Doch dann kam Jan Polak. Aus zehn Metern hämmerte er den Ball Richtung Heidenheimer Tor, FC-Keeper Jan Zimmermann konnte den Ball nicht mehr abwehren - das 3:2 (87.). "Die Niederlage war schon vermeidbar", meinte Gäste-Coach Frank Schmidt. Aber auch er gab zu, dass die Nürnberger wohl den größeren Willen hatten.

Und sie hatten Blum. Das 1:0 (13.) machte er akrobatisch selbst, das 2:1 (42.) - ein Eigentor der Gäste - bereitete er vor. Zwischendurch offenbarten aber die Nürnberger wieder ihre Abwehrschwächen. Beim 1:1 (17.) von Robert Leipertz waren sie im Kopfballduell hoffnungslos unterlegen. "Die haben nun mal fünf Leute im Team, die größer als 1,90 Meter sind", versuchte Blum seine Hinterleute zu verteidigen. Beim 2:2 (59.) hielten sie alle ein Nickerchen. Smail Morabit schaufelte den Ball aus unmöglichem Winkel ins Tor. "So ein Tor bleibt natürlich in den Köpfen hängen", sagte Weiler nachher. Heidenheim hätte hier die Wende herbeiführen können, traf auch noch die Latte. Als dann niemand mehr damit gerechnet hatte, kam Jan Polak.

Club-Coach Weiler durfte sich aber nicht nur über drei Punkte, sondern auch über ein paar Neuentdeckungen freuen. Niklas Stark hatte er auf die Linksverteidigerposition gestellt und der Junioren-Nationalspieler machte kaum Fehler. Auf rechts verteidigte Miso Brecko. Der war erst am Donnerstag vom 1. FC Köln nach Nürnberg gewechselt und spielte so, als wäre er schon immer Teil des Teams. Viel Selbstbewusstsein hat er auch aus der Domstadt mitgebracht: "Ich spiele natürlich lieber erste Liga", meinte er lächelnd. "Das habe ich auch mit dem Club vor." Da wird der Gute aber noch etwas warten müssen, womöglich länger als eine Saison.
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