Premiere in Südkorea
Erste weltcup-Rennen auf neuer Alpin-Strecke

Ein Blick in den Zielbereich des Alpin-Centers Jeongseon in Südkorea. Bei den Olympischen Winterspielen 2018 werden hier einige Wettbewerbe ausgetragen. Am Samstag und Sonntag testen die Herren die Strecke bei Weltcup-Rennen. Bild: dpa

Pyeongchang. (dpa) Bei Bernhard Russi war Erleichterung und Stolz herauszuhören. "Das Kind ist geboren und fängt an zu laufen", sagt der Schweizer nach dem ersten Trainingslauf der Ski-Weltelite auf der neu gebauten Strecke für die Winterspiele 2018 in Pyeongchang. Hinter dem Abfahrts-Olympiasieger von 1972 und Pistendesigner stehen schwierige Monate von Planung über Genehmigung bis zum Bau der etwa 2,8 Kilometer langen Strecke. Am Wochenende stehen in Jeongseon die ersten zwei Weltcup-Rennen der Herren an - und die ersten Eindrücke der Alpin-Stars sind durchaus positiv.

Dass die Organisatoren trotz Hindernissen rechtzeitig fertig wurden und Abfahrt (Samstag) und Super-G (Sonntag) austragen können, nötigt Russi Respekt ab. Vor allem das Genehmigungsverfahren - die Strecke im Jeongseon Alpin-Zentrum liegt in einem geschützten Gebiet - sowie die Suche nach der "richtigen Lösung, mit der alle leben konnten", hätten sich hingezogen. Auch müssten jetzt noch kleinere Änderungen vorgenommen werden, bevor die Piste zu 100 Prozent olympia-reif sei.

Nicht weit von der Grenze zum isolierten Nachbarstaat Nordkorea entfernt, aber unberührt von neuen Spannungen auf der geteilten koreanischen Halbinsel, trägt der Skiweltverband FIS dort die ersten zwei Rennen aus. Nach größeren Anlaufschwierigkeiten sind die Rennen der erste von 28 geplanten Tests und zugleich eine erste große Bewährungsprobe für die Organisatoren. "Wir sind von der Planungsphase in die Betriebsphase übergegangen", sagt der Vorsitzende des Organisationskomitees (POCOG), Cho Yang Ha. Erst am 20. Januar hatte die FIS die Piste freigegeben. Am Fuß der Strecke mit einem Höhenunterschied von 825 Metern sieht es noch wie auf einer Großbaustelle aus. Unter anderem hatte sich der Bau des ersten Gondellifts verzögert. Das Bauteam habe Tag und Nacht gearbeitet, um pünktlich fertig zu werden, sagt OK-Chef Cho in Jeongseon. Für ihn war es ein Kraftakt mit Symbolwert: "Wir haben geliefert, was wir versprachen. Korea kann es schaffen!"

Russi sprach von einer Ausnahmeentscheidung, nur eine Strecke für die Herren- und Damen-Abfahrt zu entwerfen. Das könne jetzt sogar eine Modellstrecke für die Zukunft sein. Die ersten Rennfahrer-Kommentare fielen mehrheitlich positiv aus. "Auf jeden Fall eine würdige Abfahrt auch für einen Olympiasieger", urteilt der Deutsche Andreas Sander.
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