Quartett in Runde drei

Annika Beck (Bild) setzte sich mühelos gegen die polnische Qualifikantin Paula Kania mit 6:2, 6:2 durch. Die Bonnerin überstand damit erstmals bei einem Major-Turnier die zweite Runde. Bild: dpa

Es läuft weiter prima für die deutschen Tennis-Damen in Paris. In Angelique Kerber, Sabine Lisicki und Annika Beck steht bei den French Open ein Trio in Runde drei. Bei den Herren sorgt Benjamin Becker für eine Überraschung. Philipp Kohlschreiber muss nachsitzen.

Angeführt von Angelique Kerber hat bei den French Open ein deutsches Tennis-Quartett die dritte Runde erreicht. Bei den Damen kamen außer der Weltranglisten-Elften auch Sabine Lisicki und Annika Beck im Eiltempo weiter. Bei den Herren steht überraschend Benjamin Becker nach einer beeindruckenden Energieleistung in der nächsten Runde. Die Partie von Philipp Kohlschreiber gegen den Spanier Pablo Andujar wurde am Mittwoch um 21.27 Uhr beim Stand von 1:6, 6:7 (5:7), 6:3, 6:3, 4:2 aus Sicht des Augsburgers wegen Dunkelheit unterbrochen und wird am Donnerstag fortgesetzt.

"Für das deutsche Tennis könnte es im Moment nicht besser laufen", brachte Kerber die Gefühlslage im deutschen Lager auf den Punkt. Die 27-Jährige hatte mit der Australierin Ajla Tomljanovic beim 6:3, 6:2 ebenso wenig Mühe wie Sabine Lisicki mit deren Landsfrau Daria Gavrilova. Die gebürtige Russin musste beim Stand von 6:1 für Lisicki wegen einer Bauchmuskelverletzung aufgeben. Beck bezwang die Polin Paula Kania mit 6:2, 6:2 und steht erstmals bei einem Grand Slam in der dritten Runde.

Nicht das beste Tennis

Kerber zeigte zwar nicht ihr bestes Tennis, geriet gegen die 22 Jahre alte Tomljanovic aber nie ernsthaft in Gefahr. Nach genau 70 Minuten verwandelte die Kielerin ihren ersten Matchball. "Die Bedingungen waren heute komplett anders. Deshalb habe ich mich etwas schwergetan", sagte Kerber, die jetzt auf die starke Spanierin Garbine Muguruza trifft.

Lisicki steht im Bois de Boulogne erst zum zweiten Mal überhaupt in ihrer Karriere in der dritten Runde. Im Kampf um den Einzug ins Achtelfinale trifft die Berlinerin nun auf die an Nummer 13 gesetzte Tschechin Lucie Safarova. Als die 21 Jahre alte Gavrilova Lisicki die Botschaft überbrachte, nicht weiterspielen zu können, guckte die 25-Jährige kurz verdutzt. Dann nahm sie ihre Gegnerin in den Arm und gab ihr ein paar tröstende Worte mit auf den Weg.

Kurz nach Lisicki stürmte auch Beck in die dritte Runde. Die Bonnerin hatte gegen die polnische Qualifikantin Kania keine Mühe. Noch nie kam sie bei einem Grand-Slam-Turnier so weit wie jetzt. "Das ist natürlich ein Super-Gefühl", sagte die 21-Jährige. Beck knüpfte an ihre starke Leistung gegen die an Nummer 14 gesetzte Agnieszka Radwanska an, nach gerade einmal 73 Minuten war das einseitige Match vorbei. Nun wartet die Ukrainerin Jelina Switolina.

Becker lieferte sich mit dem spanischen Sandplatzspezialisten Fernando Verdasco beim 6:4, 0:6, 1:6, 7:5, 10:8 einen packenden Schlagabtausch. Im vierten Satz schlug der Spanier bei 5:4 zum Matchgewinn auf, im fünften Durchgang musste der Davis-Cup-Profi beim Stand von 7:7 einen Breakball abwehren. Nach 3:13 Stunden verwandelte der Mettlacher seinen ersten Matchball. In der dritten Runde wartet der japanische Geheimfavorit Kei Nishikori.
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