Radsport
Ein Prosit auf Chris Froome

Wer möchte Christopher Froome ein Gläschen Sekt verwehren? Der Brite war zum dritten Mal der Dominator der Tour de France und gewann die 103. Auflage der Frankreich-Rundfahrt in souveräner Manier. Bild: dpa

Chris Froome hat es geschafft. Tour-Triumph Nummer drei. Der 31 Jahre alte Brite erlebt eine "Achternfahrt". Und das Finale gewinnt wieder André Greipel.

Paris. Chris Froome genoss auf seiner Tour d'Honneur zum dritten Triumph Bier statt Champagner mit seinen Teamkollegen, André Greipel riss im Ziel jubelnd sein Rad in die Höhe. Der 34-Jährige sorgte für die Fortsetzung der deutschen Serie auf den Champs-Élysées und die perfekte Einstimmung auf den Tour-Start 2017 in Düsseldorf.

Greipel gewann am Sonntag die 21. und letzte Etappe der 103. Tour de France - auch im vergangenen Jahr hatte er das Finale für sich entschieden. "Ich kann es nicht beschreiben", sagte Greipel, er sei super stolz: "Dafür bin ich drei Wochen gefahren. Es ist wundervoll."

Seit 2013 siegte auf der Prachtstraße der französischen Hauptstadt damit immer ein Deutscher: 2013 und 2014 war es Marcel Kittel. An der schwächsten deutschen Sieg-Bilanz seit 2011 mit nur zwei Etappenerfolgen vermochte allerdings Greipels erneuter Erfolg nichts mehr zu ändern.

Aus dem Kampf um den prestigeträchtigen Sieg hielt sich Froome heraus. Er hatte sein eindrucksvolles Werk schon vor den letzten 113 Kilometern erledigt und seinen dritten Gesamtsieg nach 2013 und 2015 perfekt gemacht. Froome meisterte dabei auch kritische Situationen wie den Unfall auf dem Mont Ventoux mit seinem verzweifelten Lauf berghoch und seinen Sturz im Regen bei einer Abfahrt. "Es fühlt sich ein bisschen an wie eine Achterbahnfahrt", sagte Froome, der noch immer gezeichnet war und am rechten Ellbogen sowie Knie Pflaster trug. "Eine dritte Tour de France zu gewinnen, ist einfach unglaublich."

174 der gestarteten 198 Fahrer, unter ihnen auch der für das Bora Argon Team fahrende Andreas Schillinger (Kümmersbruck), erreichten das Ziel in Paris. Bester Deutscher im Klassement wurde der ehemalige deutsche Meister Emanuel Buchmann auf Rang 21, in der Junprofi-Wertung wurde er Dritter. Für den einzigen deutschen Etappensieg bis zu Greipels Kraftakt hatte Kittel auf der vierten Etappe gesorgt.

Die Hoffungen des dreimaligen Zeitfahrweltmeisters und Gelbträger des vergangenen Jahres, Tony Martin, auf einen Erfolg beim Kampf gegen die Uhr hatten sich sich zerschlagen. Zu allem Überfluss konnte er die Tour nicht mal zuende bringen. Wegen Schmerzen im linken Knie stieg er auf der letzten Etappe aus.

Schlagzeilen über die Einnahme unerlaubter Substanzen lieferte diese Tour gar keine. Fälle von Motordoping konnten auch nicht nachgewiesen werden. Schon gar nicht bei Froome. Er hatte das legendäre Maillot Jaune nach seiner verwegenen Abfahrt in den Pyrenäen und seinem Sieg bei der achten Etappe übernommen. Er gab es nicht mehr her. Froome distanzierte mit seiner gnadenlos überlegenen Sky-Mannschaft das komplette Feld.

Dafür bin ich drei Wochen gefahren. Es ist wundervoll.André Greipel nach seinem Sieg bei der Schlussetappe
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