Radsport
Trauer und Wut im Radsport

Der 25-jährige Radprofi Antoine Demoitié aus Belgien starb am Ostersamstag beim Radklassiker Gent - Wevelgem nach einem Zusammenstoß mit einem Begleit-Motorrad. Bild: dpa

Berlin. Der Unfalltod des 25 Jahre alten belgischen Profis Antoine Demoitié hat Trauer und auch Wut im Radsport ausgelöst. An einem für das radverrückte Land schwarzen Osterwochenende starb der Sprinter nach einer Kollision mit einem Begleitmotorrad beim Frühjahrs-Klassiker Gent-Wevelgem. "Antoine wird uns sehr fehlen", sagte Weltverbands-Präsident Brian Cookson in einer Mitteilung am Montag.

Martin: "Bin geschockt"


Demoitié war bei dem Rennen am Sonntag mit einem Begleit-Motorrad kollidiert. Er war wie vier andere Fahrer nach rund 150 Kilometern gestürzt, Medienberichten zufolge fuhr das Motorrad in die kleine Gruppe. Demoitié wurde am Kopf getroffen und starb in einem Krankenhaus in Lille. "Ich bin geschockt", meinte Ex-Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin.

"Ich bin so wütend", twitterte der italienische Profi Daniel Oss. Der spanische Superstar Alberto Contador forderte Konsequenzen. "Wir brauchen eine Kontrolle der Motorräder bei den Rennen", schrieb der 33-Jährige am Montag bei Twitter. Noch vor der schrecklichen Todesnachricht hatte der niederländische Profi Bas Tietema kritisiert: "Es gibt Protokolle für die Räder, fürs Wetter, fürs Doping. Aber wie viele Unfälle müssen passieren, bis etwas für die Sicherheit der Fahrer getan wird."

Bereits im vergangenen Jahr war es zu Zwischenfällen mit Begleitfahrzeugen und -Motorrädern gekommen. Ende Februar war Stig Broeckx bei Kuurne-Brüssel-Kuurne von einem Motorrad zu Fall gebracht worden und hatte sich unter anderem einen Schlüsselbeinbruch zugezogen.

Demoitiés Tod wurde in der Nacht zum Montag von der Gendarmerie Nord-Pas-de-Calais bestätigt. Ermittlungen zum genauen Unfallhergang seien aufgenommen worden, sagte Gendarmerie-Sprecher Frédéric Evrard. Die UCI versicherte, mit allen Behörden zusammenzuarbeiten, "um die Umstände dieses tragischen Zwischenfalls" zu klären.

Demoitié hatte unter anderem schwere Kopfverletzungen bei dem Unfall erlitten. Laut der französischen Sportzeitung "L'Équipe", die sich auf Aussagen von Augenzeugen berief, soll Demoitié nicht einmal Zeit gehabt haben aufzustehen, bevor das nachfolgende Begleitmotorrad in die kleine Gruppe krachte und ihn am Kopf traf.

22-Jähriger im Koma


Bereits am Samstag hatte die Nachricht vom Herzstillstand des 22 Jahren alten Belgiers Daan Myngheer für Bestürzung gesorgt. Auf Korsika befindet er sich weiterhin in einem sehr ernsten Zustand. Etwa 25 Kilometer vor dem Ziel eines Rennens hatte der Profi des Zweitliga-Teams Roubaix ML nach Aussagen seiner Teamkollegen über Unwohlsein geklagt und sich aus einem abgeschlagenen Fahrerfeld zurückfallen lassen. Als er anhielt, brach er zusammen und musste reanimiert werden.
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