Rafael Benítez zu 99 Prozent der Neue bei Real
Radau nach Ancelotti-Rausschmiss

Toni Kroos (links) war und ist ein großer Fan von Trainer Carlo Ancelotti und meldete sich auch nach dessen Entlassung zu Wort. Bild: dpa
Aufstand im Fußball-Königshaus: Nach dem Rausschmiss von Trainer Carlo Ancelotti macht sich bei Real Madrid große Unruhe breit. Dafür sorgten unter anderem auch die bisherigen Schützlinge des Italieners, die sich ein letztes Mal demonstrativ vor dem auch bei Fans und Medien beliebten Coach verneigten. "Gracias Mister", schrieb Weltmeister Toni Kroos bei Twitter. Noch weiter ging Mittelfeldkollege Luka Modric, der vom Sportblatt "As" am Dienstag mit den Worten zitiert wurde, Ancelotti sei "der ideale Trainer für Real Madrid." Medien sprachen von einer "kleinen Revolte".

Viel Kritik der Medien

Kritik gab es nicht nur intern, auch die Medien ließen kein gutes Haar an Clubboss Florentino Pérez. "Diktator" und "Zerstörer" wurde der 68-Jährige, der in zwölf Mandatsjahren neun Trainer verschliss, unter anderem genannt. Die Unruhe könnte Konsequenzen haben. Nicht nur die Zeitung "Sport" behauptet, Pérez wolle sich nach Ancelotti im Rahmen einer großen "Säuberung" nun Cristiano Ronaldo "vornehmen". Der Weltfußballer aus Portugal, der die Plädoyers pro Ancelotti am Samstag auf Twitter initiiert hatte, solle bei einem guten Angebot zusammen mit drei, vier anderen Profis ebenfalls hinauskomplimentiert werden, heißt es. Pérez sei ob der Haltung Ronaldos "empört" und habe eine lange Wunschliste neuer Stars, die vom Dortmunder Marco Reus und dem Franzosen Paul Pogba von Juventus Turin angeführt werde.

Neben Ronaldo, Modric und Kroos, der die Arbeit mit Ancelotti als Freude bezeichnete, taten auch andere Profis ihre Meinung kund. "Du bist ein ganz Großer", twitterte Marcelo, und James Rodríguez schrieb: "Ich habe in kurzer Zeit viel von Dir gelernt."

Alle Plädoyers halfen jedoch am Ende nichts, Real trennte sich vorzeitig von Ancelotti. Nach zwei von geplanten und vertraglich im Sommer 2013 vereinbarten drei Jahren ist für den Italiener Schluss bei Real. 2015 gewann der Mann aus Reggiolo zwar nichts. 2014 hatte er aber als erster Trainer in der 113-jährigen Clubgeschichte von Real vier Titel in einem Kalenderjahr geholt, darunter die Champions-League und den spanischen Pokal.

Auch Klopp im Gespräch

Als Topanwärter auf den Posten bei Real gilt Rafael Benítez, in Madrid geboren und derzeit noch Trainer des SSC Neapel. Laut Ancelottis Berater Ernesto Bronzetti ist die Sache so gut wie sicher. "Zu 99 Prozent", sagte er. Auch Jürgen Klopp wurde bereits von Medien gehandelt, bei einer Umfrage der Zeitung "Marca" hatten sich sogar 44 Prozent für den Noch-Trainer von Dortmund ausgesprochen.
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