Real nicht zu stoppen

Karim Benzema (rechts) scheitert in dieser Szene an Barcelona-Keeper Claudio Bravo. Der Franzose war aber im Clásico der Spieler des Abends und erzielte zwei Treffer beim 3:1-Sieg von Real Madrid über den Erzrivalen FC Barcelona. Bild: dpa

Es war das Liga-Debüt von WM-Beißer Luis Suárez beim FC Barcelona. Im 229. Clásico dominierte aber Real Madrid. Der Champions-League-Sieger versetzt die Konkurrenz in Schrecken - steht allerdings nun vor einem nicht unwichtigen Luxusproblem.

Toni Kroos war nach seinem ersten Triumph im spanischen Gigantenduell geradezu fasziniert. "Mein erster Clásico, 3:1, da kann ich sehr, sehr zufrieden sein. Es war eine fantastische Atmosphäre", schwärmte der Fußball-Weltmeister im ZDF nach dem 3:1 (1:1) von Champions-League-Sieger Real Madrid im 229. Aufeinandertreffen mit Erzrivale FC Barcelona. Teamkollege Pepe schickte nach dem Prestigeerfolg gleich eine Warnung an die Konkurrenz in Europa: "Wir sind stärker als letzte Saison", tönte der portugiesische Innenverteidiger. Am Sonntag schwärmte die Sportzeitung "Marca", Superteam Madrid habe Barça "vertilgt". "Fußball total" jubelte "El País". Sogar der Gegner zollte Respekt: "Real war stark, wir haben verdient verloren", räumte Barça-Trainer Luis Enrique ein.

In der aktuellen Verfassung ist Real in der Tat nur schwer zu stoppen. Mit Kroos und dessen am Ende eingewechselten deutschen Nationalmannschaftskollegen Sami Khedira fuhr der Rekordmeister den neunten Pflichtspiel-Sieg in Serie ein. Die Torbilanz: 38:6. Kroos hatte großen Anteil am Erfolg: Der Ex-Münchner bereitete per Ecke das 2:1 durch Pepes wuchtigen Kopfball vor (50.).

Die Wende leitete aber zunächst Weltfußballer Cristiano Ronaldo ein. Vor 81 000 Zuschauern im ausverkauften Santiago Bernabéu stach der Portugiese Kontrahent Lionel Messi aus: Er glich in der 34. Minute per Handelfmeter die frühe Führung der Gäste durch Neymar (4.) aus und traf damit bei all seinen letzten elf Einsätzen für die Königlichen. In der Liga erhöhte der 29-Jährige sein Konto auf 16 Tore in neun Runden.

Trotz der Superserie stand CR7 aber nicht im Mittelpunkt. Beste Spieler auf dem Platz waren der Franzose Karin Benzema, der zum 3:1 traf (61.), und vor allem Regisseur Isco. Der U-21-Europameister wurde bei seiner Auswechslung (83.) mit Standing Ovations verabschiedet. Das bereitet Real-Coach Carlo Ancelotti ein nicht unwichtiges "Luxusproblem". Fans und Medien fordern schon seit langem, dass das 22-jährige Supertalent anstelle von 100-Millionen-Mann Gareth Bale häufiger zum Einsatz kommt, damit Real hinten sicherer steht.
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