Regensburger Stadion entspricht nicht den Anforderungen der DFL - Drei Alternativen
Nicht reif für die 2. Bundesliga

Das Fußballstadion an der Prüfeninger Stadion erfüllt nicht die Anforderungen an den Spielbetrieb in der 2. Bundesliga. Sollte der SSV Jahn Regensburg in die zweithöchste deutsche Spielklasse aufsteigen, ist guter Rat teuer - denn das neue Stadion soll erst im Jahr 2014 fertiggestellt sein. Bild: dpa
Sport DE/WELT
Deutschland und die Welt
18.01.2012
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Der SSV Jahn Regensburg führt zum Ende der Hinrunde die Tabelle der 3. Fußball-Bundesliga an. Bei allen finanziellen Zugewinnen - ein Aufstieg in die zweitoberste Spielklasse würde auch erhebliche Konsequenzen mit sich bringen: Das Jahn-Stadion an der Prüfeninger Straße entspricht in seiner derzeitigen Form nicht den Anforderungen der Deutschen Fußball Liga (DFL). Die Kapazität müsste ausgebaut werden.

In einer Pressekonferenz machte Oberbürgermeister Hans Schaidinger deutlich, dass das nicht in erster Linie finanzielle, sondern vor allem technische und rechtliche Probleme mit sich bringen würde.

2014 soll bekanntlich das neue Regensburger Stadion eröffnet werden. Doch was ist in der Zwischenzeit, falls der Jahn tatsächlich aufsteigen sollte? Das fragt sich auch Oberbürgermeister Hans Schaidinger: "Ich habe mit einem Vertreter der DFL gesprochen, wir haben verschiedene Möglichkeiten erörtert. Zum einen könne der Jahn für diesen Fall seine Heimspiele komplett außerhalb von Regensburg austragen. Für Schaidinger "gerade im Hinblick auf die Gewinnung von Sponsoren" außerhalb jeglicher Vorstellungskraft.

Zwischenlösung an Uni?

Eine weitere Möglichkeit wäre ein "Interimsstadion" an anderer Stelle zu errichten, führte Schaidinger weiter aus. Aber auch das sei in Regensburg nur schwer vorstellbar. "An der Uni wäre es vielleicht möglich, aber das ist ein völlig ungelegtes Ei." Der Vertreter der DFL habe angeregt, den Standpunkt für das mögliche "Interimsstadion" identisch mit dem des zukünftigen Stadions zu wählen. "Dann sollten wir zunächst den Rasen anpflanzen und mit Behelfstribünen über die Runden kommen. Das neue Stadion könnte dann um das Interimsstadion entstehen."
Die dritte Alternative ist schließlich die Aufrüstung des aktuellen Stadions. "In dieser Hinsicht bin ich mir mit dem Vertreter der DFL einig: Das ist die am wenigsten taugliche Option." Eine Sanierung wäre nach Meinung Schaidingers relativ aufwendig. Man könne auch noch gar nicht sagen, ob es überhaupt realisierbar wäre. "Da hängt ein ganzer Rattenschwanz dran. An der Prüfeninger Straße haben wir nur begrenzten Platz, da wird es in Sachen Infrastruktur schon schwierig." Man dürfe ja nicht nur an das Stadion an sich denken, Rettungswege und Stellplätze wären zusätzlich erforderlich. Die Stadt Regensburg müsse sowohl als Besitzer und auch als Baugenehmigungs- und Sicherheitsbehörde ja für getroffene Maßnahmen gerade stehen. "In Erinnerung an das Unglück bei der Love-Parade in Duisburg, müssen wir besonders auf die Versammlungsstättenverordnung penibel achten."

Die DFL erteilt die Stadionauflagen, die der SSV Jahn Regensburg für die 3. Liga problemlos einhalten kann. Derzeit fasst das Stadion offiziell 10 724 Besucher, darunter 1852 Sitzplätze. Ein Problem entstünde, wenn der Jahn tatsächlich aufsteigen sollte. Für die Zweite Liga müsste das Stadion 15 000 Zuschauer fassen können, bei 3000 Sitzplätzen. Welche Lösungsmöglichkeit aufgegriffen wird, bleibt abzuwarten, eine schnelle Klärung sei jedenfalls nicht in Sicht. "Zunächst müssen wir uns mit den Verantwortlichen des SSV Jahn austauschen", sagte Schaidinger.

Geld nicht das Problem

Was Schaidinger aber betonte: Geld sei nicht der limitierende Faktor. Vielmehr müssten rechtliche und technische Voraussetzungen geprüft werden. "Wir werden in alle Richtungen überlegen." Vor allem wegen der deutlich höheren Fernseheinnahmen ist das "Unterhaus" lukrativer als die Dritte Liga. "Ich würde mich natürlich freuen, falls der Jahn aufsteigen sollte, denn die wirtschaftlichen Bedingungen in der 3. Spielklasse sind nur schwer zu überleben."
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