Remis zu wenig für Gladbach

Brisante Szene in Mönchengladbach. Juventus-Spieler Hernanes (links am Boden) bekommt nach einem brutalen Foul am Gladbacher Alvaro Dominguez (rechts am Boden) von Schiedsrichter Björn Kuipers die Rote Karte. Trotz der Überzahl reichte es für die Gladbacher nur zu einem 1:1. Bild: dpa

Borussia Mönchengladbach muss die Hoffnungen auf die K.-o.-Runde in der Champions-League begraben. Das 1:1 gegen Italiens Rekordmeister Juventus Turin war zu wenig, um die Chance in der Gruppe D zu wahren. Dabei war mehr drin gewesen.

Die Mannschaft der Stunde in der Fußball-Bundesliga hat die Chance auf die nächste Runde in der Champions League verspielt. Auch am vierten Gruppenspieltag kam Borussia Mönchengladbach gegen Juventus Turin über ein 1:1 (1:1) nicht hinaus und muss trotz einer phasenweise starken Vorstellung um den Verbleib im internationalen Wettbewerb über den Winter hinaus bangen.

Vor 46 217 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park erzielte Fabian Johnson (18.) den Treffer für die Gastgeber, der Schweizer Stephan Lichtsteiner (44.) traf für den Vorjahresfinalisten. Auch die Rote Karte für Juventus-Spieler Hernanes (53.) wegen groben Foulspiels nützte den Gastgebern nichts. Trotz großer Chancen klappte es nicht mehr mit dem ersten Champions-League-Sieg der Clubgeschichte. "Wir sind enttäuscht. Wir haben ein Klasse-Spiel gemacht. Wir wollten gewinnen und haben alles dafür gemacht. Aber es blieb nur ein Punkt", sagte Borussias Mittelfeldspieler Ibrahima Traoré dem TV-Sender Sky.

Rang drei möglich

Mit zwei Erfolgen in den letzten beiden Spielen gegen den FC Sevilla (25.11.) und bei Manchester City (8.12.) können die Gladbacher noch den dritten Gruppenplatz erreichen und zumindest in der Europa League weiterspielen. Nach vier Spieltagen liegen die Gladbacher (2 Punkte) als Tabellenletzter der Gruppe D einen Zähler hinter dem FC Sevilla, während Manchester City (9) und Juventus (8) souverän führen.

Bis auf die ersten drei Minuten, in denen Patrice Evra (2.) einmal in aussichtsreicher Position verzog, spielte zunächst nur Gladbach. Mit dem Selbstvertrauen aus sechs Siegen in der Bundesliga und dem Aufstieg bis auf Platz fünf legte der Gastgeber los. Immer wieder spielten die Borussen nach vorn, pressten früh und zwangen Juves Defensive zu ungewohnten Fehlern. Pech hatte Youngster Mahmoud Dahoud (13.), dessen 25-Meter-Schuss gegen die Latte klatschte. Fünf Minuten später wurden Gladbachs Bemühungen belohnt: Raffael nutzte einen Patzer von Turins Abwehrchef Giorgio Chiellini und passte zu Johnson, der aus zehn Metern Buffon keine Chance ließ.

Auch in den nächsten Minuten bestimmte der Bundesligist Tempo und Spiel. Erst allmählich fand der Favorit aus Italien in die Partie. Die Gäste drängten mehr und mehr nach vorn und deckten dabei die Schwächen der Gladbacher in der Abwehr auf. Ein Kopfball von Chiellini (26.) nach einem Eckball ging knapp vorbei, Evra (39.) scheiterte ebenfalls per Kopf an Gladbachs Keeper Yann Sommer. Dann fiel der Ausgleich doch noch vor der Pause: Nach einem genialen Zuspiel von Frankreichs Jungstar Paul Pogba schloss Lichtsteiner bei seinem Comeback erfolgreich volley ab. Der Außenverteidiger hatte sich erst Anfang Oktober einer Herz-OP unterzogen.

Rot gegen Hernanes

Auch nach der Pause blieb Turin das bessere Team. Pogba (47.) hätte schon früh für den zweiten Schock für die Gladbacher sorgen können, verzog aber knapp. Doch mit der berechtigten Roten Karte für Hernanes (53.) nach einem bösen Foul an Alvaro Dominguez änderte sich das Bild. Juventus ließ sich zurückfallen, Gladbach übernahm wieder das Kommando. Doch aus dem Übergewicht machte die Fohlen-Elf zu wenig. Am Ende scheiterten die Königsklassen-Debütanten an fehlender Cleverness.
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