Ronaldo jubelt erneut, Neuer nur Dritter

Manuel Neuer schafft es nicht, als zweiter Deutscher nach Lothar Matthäus 1991 Weltfußballer zu werden. Der Weltmeister wird bei der Abstimmung sogar nur Dritter hinter Ronaldo und Messi. Dafür dürfen Joachim Löw, Nadine Keßler und Ralf Kellermann jubeln.

Manuel Neuer nickte kurz, dann applaudierte er fair dem alten und neuen Weltfußballer Cristiano Ronaldo. Der 28 Jahre alte Weltmeister bewies bei der Fifa-Gala Sportsgeist, nachdem er die historische Krönung eines außergewöhnlichen Jahres verpasst hatte. Aber auch ohne das absolute Highlight erlebte Zürich einen deutschen Abend. Joachim Löw gelang mit der Wahl zum Welttrainer die erfolgreiche Abrundung des Traumjahres 2014. "Die Auszeichnung ist für mich natürlich eine große Ehre. Sie ist so etwas wie das Sahnehäubchen auf den WM-Pokal", sagte der 54-Jährige in seiner Dankesrede. Auch Nadine Keßler von VfL Wolfsburg als Weltfußballerin und ihr Coach Ralf Kellermann als Welttrainer 2014 durften jubeln.

"Es ist ein grandioses Gefühl, hier vorne zu stehen und als Torhüter dabei zu sein mit den besten Spielern der Welt. Dass ich nicht gewonnen habe, damit kann ich super leben", erklärte Neuer, der knapp hinter Vize-Weltmeister Lionel Messi aus Argentinien bei der Abstimmung sogar nur Dritter wurde. Der 1991 siegreiche Lothar Matthäus bleibt weiterhin Deutschlands einziger Weltfußballer.

Zum insgesamt dritten Mal nach 2008 und 2013 durfte Portugals Tormaschine Ronaldo auf der Bühne strahlend den Goldenen Ball in Händen halten. "Ich danke meinem Sohn, meiner Frau, meiner Familie. Ich habe nicht gedacht, dass ich diesen kleinen Ball noch einmal gewinnen würde", sagte "CR7" fast ergriffen. Mit der Rekordzahl von 17 Toren hatte der 29-Jährige Real Madrid in der vergangenen Saison zum Gewinn der Champions-League geschossen.

Herz schlägt bis zum Hals

Sichtlich ergriffen war Nadine Keßler, die sich gegen die Amerikanerin Abby Wambach und die brasilianische Fünffach-Siegerin Marta durchsetzte. "Mein Herz schlägt bis zum Hals. Ich hätte nie im Leben diesen Moment in Erwägung gezogen. Dieser Moment wird aber von der Tragödie um Junior Malanda überschattet. Wir sind zutiefst erschüttert", sagte Keßler unter Hinweis auf den Unfalltod des Wolfsburger Profis. Bei der 14. Wahl zur Weltfußballerin stand damit zum fünften Mal eine deutsche Spielerin ganz oben. Neben Keßler und Nadine Angerer 2013 hatte Birgit Prinz zwischen 2003 und 2005 dreimal triumphiert.

Als zweiter Wolfsburger erhielt Coach Kellermann die begehrte Auszeichnung. "Das ist ein überragender Moment", sagte der Coach, der die VfL-Frauen 2013 zum Triple und im abgelaufenen Jahr zum Double geführt hatte und damit die Nachfolge von Bundestrainerin Silvia Neid antrat.

Zu dem deutschen Abend in Zürich gehörte auch, dass in Neuer, Philipp Lahm und Toni Kroos drei Weltmeister Aufnahme in die Fifa-Weltauswahl fanden, dazu kommt aus der Bundesliga Bayern-Angreifer Arjen Robben. Löw wurde mit rund 36 Prozent der abgegebenen Stimmen gewählt und folgte auf Jupp Heynckes, der nach dem Triple-Gewinn mit dem FC Bayern 2013 ausgezeichnet worden war. Löw setzte sich vor den Vereinstrainern Carlo Ancelotti (Real Madrid) und Diego Simeone (Atletico Madrid) durch.
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