Rosberg will an sich arbeiten - Vettel bei Testfahrten noch außen vor
Jagd auf Hamilton eröffnet

Am Ort seiner bittersten Niederlage hat Nico Rosberg mit der WM-Frustbewältigung begonnen. Zwei Tage nach dem technischen K.o. im Formel-1-Titelkampf mit Teamkollege Lewis Hamilton kletterte der Deutsche am Dienstag in Abu Dhabi für Testfahrten wieder in den Silberpfeil. Mit der Pflichtübung auf dem Yas Marina Circuit startete Rosberg zugleich die Jagdsaison 2015. "Ich weiß, dass Nico stärker zurückkommen wird", hatte Weltmeister Hamilton schon wenige Stunden nach seinem Triumph gesagt.

Während der Brite entspannt am Dienstag im BBC-Frühstücksfernsehen plauderte, bringen sich seine Herausforderer in Stellung. Allen voran Rosberg. "Jede Runde ist wichtig, weil wir so wenig testen", betonte der WM-Zweite. Akribisch wie die ganze Saison will der 29-Jährige über den Winter am Sprung auf die nächste Leistungsebene arbeiten. "Ich habe eine starke Basis für nächstes Jahr", befand Rosberg. "Ich werde die kleine Verbesserung suchen und auch finden."

Ein paar Meter neben der Mercedes-Garage nahm auch Sebastian Vettel am Dienstag das Titelprojekt 2015 in Angriff. Der Hesse stellte sich bei seinem neuen Arbeitgeber Ferrari vor. Im gestreiften Polo, die roten Kopfhörer für den Boxenfunk lässig im Nacken, schüttelte Vettel fleißig Hände mit seiner künftigen Crew.

Der 27-Jährige will keine Zeit verlieren, so schnell wie möglich am Neuaufbau der Scuderia mitwirken und das Team hinter sich bringen. "Ich bin voller Vorfreude und hochmotiviert, mit ganzem Herzen mein Bestes zu geben. Das Ziel ist ganz klar, erfolgreich zu sein", erklärte Vettel schon vor seinem Besuch bei den Tests. Im Auto saß allerdings sein künftiger Stallgefährte Kimi Räikkönen, weil Red Bull Vettel eine vorzeitige Freigabe verweigert hatte.

Erstmals im Testbetrieb präsentierte sich McLaren mit einem Motor seines neuen Partners Honda. Auch wenn eine Technikpanne das Debüt verhagelte - der Traditionsrennstall will mit dem Wechsel des Lieferanten und der Verpflichtung von Fernando Alonso die Übermacht von Mercedes ins Wanken bringen. Der Wechsel von Alonso ist jedoch noch immer nicht offiziell, obwohl der frühere spanische König Juan Carlos im Fernsehen verriet: "Alonso hat mir gesagt, dass er zu McLaren geht." Der Asturier meinte in Abu Dhabi mit einem Lächeln: "Dem König widerspricht man nicht. Er hat immer recht."

Red Bull setzt bei der Attacke auf die Silberpfeil indes nicht nur auf den Faktor Mensch, sondern auch auf Regeländerungen. Weil der Mercedes-Motor dem Renault-Triebwerk wohl auch im kommenden Jahr deutlich überlegen sein wird, drängt Red Bull mittelfristig auf eine ganz neue Motorenformel. "Vielleicht immer noch ein Sechszylinder, aber simpler und kostensparender", erklärte Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Mit dem Kosten-Argument will Horner die Idee auch den kleineren Teams schmackhaft machen.
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