Rost-Elf holt beim heimstarken TSV Buchbach ein 1:1
FC Amberg erkämpft sich einen Zähler

Symbolbild: dpa

Amberg. (lst) Auch im siebten Anlauf sollte es nicht sein. Aber, und das ist die gute Nachricht, der Fußball-Regionalligist FC Amberg hat am Freitagabend vor 840 Zuschauern in der SMR-Arena des TSV Buchbach nach zuletzt zwei 0:1-Auswärtsniederlagen in Unterhaching und Bayreuth zumindest wieder gepunktet. 1:1 (1:1) stand es nach 90 spannenden und stellenweise hitzigen, aber nie unfairen, 90 Minuten.

„Unterm Strich ein absolut gerechtes Unentschieden“, sagte nach dem Schlusspfiff FC-Teammanager Hubert Kirsch, der eine Partie mit „viel Kampf und Tempo“ sah, die spielerisch „kein Leckerbissen“ war. „Dennoch: Wir sind mit dem Zähler in Buchbach durchaus zufrieden, den muss man sich erst einmal holen. Es ging rauf und runter, wobei die Gastgeber durch ihre Standards gefährlich waren, wir mit unseren Kontern“, lautete Kirschs Fazit.
„Da kommt große Qualität auf unsere Abwehr zu“, hatte Buchbachs Trainer Anton Bobenstetter vor der Heimpartie gegen den FC Amberg gesagt. Für diese verzichtete er noch auf Maxi Hellinger und Hannes Petrik, die zuletzt im Kreisliga-Team zum Einsatz gekommen waren. Kapitän Maximilian Hain stand, wie zu erwarten war, trotz seiner Probleme im Hüft- und Beckenbereich in der Startelf, Stürmer Patrick Dofra (Beschwerden an der Achillessehne) saß zunächst nur auf der Bank. Dort fand sich auch Stefan Alschinger wieder, der zuletzt beim 3:3 gegen den FC Augsburg II beginnen durfte, für ihn lief dieses Mal Simon Motz auf. Ansonsten vertraute Bobenstetter der Truppe der Vorwoche.

Verzicht auf Andy Graml

Ambergs Coach Rost musste weiterhin auf Andy Graml verzichten (Bruch des Wadenbeinköpfchens), auch der eigentlich wieder einsatzbereite Junior Torunarigha trat die Reise nach Oberbayern wegen einer Verletzung, die er sich im Training zugezogen hatte, nicht mit an. „Da wollten wir kein Risiko eingehen“, sagte Kirsch. Benny Werner gehörte hingegen wieder zum Kader. Die Vilsstädter nahmen gegenüber dem 2:0 gegen den TSV 1860 München II nur eine Veränderung vor: Angreifer Tobias Wiesner schaute zunächst nur zu, für ihn fing Sven Seitz auf der rechten Außenbahn an.

Den besseren Start in die Begegnung erwischten die Gastgeber: In der vierten Minute überraschten sie den FCA mit einer Ecken-Variante. Patrick Walleth verlängerte den Ball von Maximilian Bauer auf Aleksandro Petrovic. Der wiederum legte auf den eingelaufenen Bauer zurück. Dessen Volleyschuss köpfte Thomas Leberfinger am Fünf-Meter-Raum jedoch übers Tor von Matthias Götz (4.). Der Amberger Schlussmann musste erstmals nach acht Minuten eingreifen, als er Markus Grübls Flanke von links vor Bauer herunter fischte. Es dauerte bis zur zehnten Minute, ehe die Gelb-Schwarzen das erste Lebenszeichen von sich gaben, doch der Seitz-Freistoß aus 25 Metern stellte für den Buchbacher Torwart Maximilian Weber kein Problem dar.

Doppelchance

Der Weckruf für die Oberpfälzer, die bei einer Doppelchance binnen weniger Sekunden in der 14. Minute mit 1:0 in Führung hätten gehen müssen: Zunächst klärte Buchbachs Keeper Weber mit einem Reflex den Kopfball von Julian Ceesay, ehe Maximilian Drum den Nachschuss von Marco Wiedmann, ebenfalls ein Kopfball, von der Linie kratzte. Genauso spektakulär dann die Geschehnisse, die im Vorfeld zum 1:0 für den FC Amberg führten.
Eine Ecke hielt Weber auf der Linie fest, das Spiel ging eigentlich weiter, aber Kai Hempel im Strafraum zu Boden. Zur Verwunderung des TSV entschied Referee Tobias Baumann nach langer Rücksprache mit seinem Assistenten und einigen Diskussionen auf Foulspiel und auf Elfmeter – ein Geschenk, das sich Marco Wiedmann nicht entgehen ließ, dankbar annahm und zur Führung der Gelb-Schwarzen vollstreckte (24.). Für Ambergs Teammanager hingegen ein absolut berechtigter Strafstoß. „Kai, der zuvor schon einige Hände im Gesicht hatte, wurde umgestoßen. Da kann man unter Umständen dann auch die rote Karte zeigen, wobei die Situation aus dem Blickwinkel des Schiedsrichters wirklich unübersichtlich war“, sagte Kirsch, der wiederum einen guten Blick auf die Szene hatte, aber ebenso nicht erkannte, wer der Buchbacher Übeltäter gewesen war.

Ausgleich

Es dauerte einige Zeit, bis sich die Platzherren nach diesem Rückschlag wieder fingen, woraus der FC jedoch kein Kapital schlagen konnte. Im Gegenteil: Noch vor der Halbzeit glichen die wieder stärker werdenden Oberbayern aus, als bei einer Ecke von Patrick Walleth der aufgerückte TSV-Verteidiger Thomas Leberfinger am höchsten stieg und aus fünf Metern unhaltbar für Götz in die Maschen köpfte. Und die Vilsstädter hätten kurz vor dem Seitenwechsel beinahe noch das 1:2 kassiert, doch Bauers Schuss segelte am langen Pfosten vorbei (44.) – das Ende einer kurzweiligen und sehr kampfbetonten ersten Hälfte.

Während Buchbach in unveränderter Aufstellung aus der Kabine kam, brachte Rost mit Tobias Wiesner für Seitz frischen Wind für die Offensive, der durch die Einwechslung von Werner (56.) noch verstärkt wurde. Zuvor aber hatten die Gastgeber die Möglichkeit zum zweiten Treffer, als Götz zunächst einen Freistoß fast von der Eckfahne aus dem Tordreieck kratzte (48.) und Leberfinger seine Direktabnahme, ebenfalls nach einer Standardsituation, volley aus fünf Metern über die Latte setzte (52.) – wiederum bestimmte der TSV die Anfangsphase der Halbzeit und setzte nach.

Viele Zweikämpfe

Vor allem im Mittelfeld lieferten sich beide Teams viele Zweikämpfe, manchmal an der Grenze des Erlaubten. Wobei sich Buchbach in der Folgezeit mehr und mehr ein Übergewicht erarbeitete, während der FC in der Offensive kaum noch stattfand. Amberg durfte sich in dieser Phase erneut bei Schlussmann Götz bedanken, der gleich mehrmals das 1:1 festhielt. So auch in der 70. Minute, als er einen Petrovic-Kopfball gegen seine Laufrichtung gerade noch um den Pfosten drehte.

In einer ungemein spannenden Schlussviertelstunde, in der sich die Kontrahenten nicht mit der Punkteteilung zufrieden gaben, hatten die Vilsstädter erneut Pech: Hempel legte in der 80. Minute von der Grundlinie auf den mitgelaufenen Wiesner zurück. Bei dessen Kopfball war TSV-Torhüter Weber schon geschlagen, doch Drum lenkte das Leder – ebenfalls per Kopf – gerade noch über die Latte. Die letzte wirklich nennenswerte Szene, außer der Notbremse von Julian Ceesay am durchgebrochenen Thomas Breu (90.), für die der Amberger Innenverteidiger die rote Karte sah, und dem roten Karton für Breu wegen grobem Foulspiel (93.) bei einem Konter der Gelb-Schwarzen an Hempel.
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