Rote Nummern "eine gute Idee"

Die Debatte um Doping hält die Leichtathletik-WM in Peking weiter in Atem. "Man unterhält sich drüber. Es bringt nichts, davor die Augen zu verschließen", meinte Kugelstoß-Vizeweltmeister David Storl, der wie viele für ein härteres Vorgehen gegen Doper ist.

So hält der Chemnitzer den Vorschlag von Diskus-Olympiasieger Robert Harting, Doping-Sünder zukünftig mit roten Startnummern zu kennzeichnen, für "eine gute Idee". Mit seiner Meinung, Athleten wie den US-Sprinter Justin Gatlin, der zweimal des Dopings überführt und im 100-Meter-Finale der WM Zweiter wurde, für immer aus dem Verkehr zu ziehen, stößt Storl auf Kritik. Der ehemalige IAAF-Vizepräsident Helmut Digel hält das für dummes Zeug: "Man muss auch annehmen, dass jemand aus Fehlern gelernt hat."

Unterdessen hat es die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) abgelehnt, Doping-Ermittlungen in Kenia einzuleiten. "Die kenianischen Behörden wissen doch, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen", erklärte WADA-Präsident Craig Reedie der ARD. In der ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping: Im Schattenreich der Leichtathletik" waren Vorwürfe erhoben worden, es gäbe ein weitverbereitetes Doping in Kenia. In einem neuen Bericht der ARD-Sportschau erklärten einheimische Athletenbetreuer nun, es sei in Kenia übliche Praxis, dass Leichtathleten vorab vor anstehenden Doping-Trainingskontrollen gewarnt würden.
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