Rückenwirbel gebrochen

Fabian Cancellara fasst sich an den Kopf: Der Schweizer war am Montag auf der dritten Etappe der Tour de France in einen Massensturz verwickelt. Der Träger des Gelben Trikots fuhr zunächst weiter, doch später kam das Aus. Die bittere Diagnose: Zwei gebrochene Rückenwirbel. Bild: dpa

Welch dramatische Bilder bei der Tour de France! Gut 55 Kilometer vor dem Ziel kommt es bei Tempo 42 zu einem schweren Massensturz. Gelbträger Fabian Cancellara überschlägt sich, später kommt die bittere Diagnose und das Aus: Zwei Rückenwirbel gebrochen.

Traum geplatzt, Rennen gelaufen: Radprofi Fabian Cancellara muss die 102. Tour de France schweren Herzens aufgeben. Der viermalige Zeitfahr-Weltmeister aus der Schweiz hat sich bei seinem schweren Sturz am Montag auf der 3. Etappe zwei Lendenwirbel gebrochen, teilte sein Team Trek Factory Racing am Abend in einer Presseerklärung mit. Cancellara war 55 Kilometer vor dem Ziel in einen Massensturz von mehr als 20 Fahrern verwickelt, kam von der Strecke ab und überschlug sich mit seinem Rennrad. Danach fasste er sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an die Schulter und den Rücken, fuhr aber zunächst weiter.

"Das ist unglaublich enttäuschend für mich", sagte der 34-Jährige, der sich im Frühjahr in Harelbeke eine ähnliche Verletzung zugezogen hatte. Danach folgte eine mehrmonatige Zwangspause. "Unser Team war gerade in einem Hoch mit dem Gelben Trikot und stark motiviert, es zu verteidigen."

Die Tour-Organisation musste die Etappe am Montag sogar für gut zehn Minuten neutralisieren, was es zuvor in 112 Jahren Frankreich-Rundfahrt nur fünfmal gegeben hatte. Die Neutralisation war aber durchaus berechtigt. Zahlreiche Fahrer verletzten sich bei dem Crash, der sich bei einer Geschwindigkeit von 42 km/h ereignete. Cancellara fuhr mit großen Schmerzen ins Ziel, verlor aber bei mehr als elf Minuten Rückstand sein Gelbes Trikot an Chris Froome. Anschließend ging es für den Berner, der im Frühjahr schon einen zweifachen Wirbelbruch erlitten hatte, ins Krankenhaus. Er hatte sich an der gleichen Stelle verletzt.

Unter anderen mussten der bisherige Dritte Tom Dumoulin (Niederlande) vom deutschen Giant-Alpecin-Team mit einer ausgekugelten Schulter und der frühere Mailand-San-Remo-Sieger Simon Gerrans (Australien) mit einem Handgelenkbruch aufgeben.

3. Etappe

Antwerpen - Huy (159,5 km): 1. Joaquím Rodríguez (Spanien) - Team Katusha 3:26:54 Stunden; 2. Christopher Froome (Großbritannien) - Team Sky gleiche Zeit; 3. Alexis Vuillermoz (Italien) - Ag2r La Mondiale + 0:04 Minuten; 4. Daniel Martin (Irland) - Team Cannondale-Garmin + 0:05; 5. Tony Gallopin (Frankreich) - Lotto Soudal + 0:08; ... 26. Tony Martin (Kreuzlingen/Schweiz) - Etixx-Quick Step + 0:40; 41. Paul Voß (Bielefeld) - Bora-Argon + 1:20; 146. André Greipel (Alterswilen/Schweiz) - Lotto Soudal + 10:54; 175. Andreas Schillinger (Amberg) - Bora-Argon + 11:09; 184. John Degenkolb (Frankfurt/Main) - Team Giant-Alpecin + 11:28

Gesamtwertung

1. Christopher Froome (Großbritannien) - Team Sky 7:11:37 Stunden; 2. Tony Martin (Kreuzlingen/Schweiz) - Etixx-Quick Step + 0:01 Minuten; 3. Tejay van Garderen (USA) - BMC Racing Team + 0:13; 4. Tony Gallopin (Frankreich) - Lotto Soudal + 0:26; 5. Greg Van Avermaet (Belgien) - BMC Racing Team + 0:28; ... 33. Paul Voß (Bielefeld) - Bora-Argon + 3:29; 111. André Greipel (Alterswilen/Schweiz) - Lotto Soudal + 11:11; 134. John Degenkolb (Frankfurt/Main) - Team Giant-Alpecin + 12:57; 140. Andreas Schillinger (Amberg) - Bora-Argon + 13:18
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