Rückkehr in die Weltspitze

Erleichterung bei den deutschen Handballern. Nach dem 30:27-Sieg im Spiel um Platz sieben gegen Slowenien verabschiedet sich die Mannschaft winkend von den Fans. Bild: dpa

Die deutschen Handballer haben ein neues Selbstbewusstsein gewonnen. Als Siebter der WM in Katar und Teilnehmer an der Olympia-Qualifikation zählen sie sich wieder zur Weltspitze.

Mit der Olympia-Chance im Gepäck war die Hochstimmung ins deutsche Handball-Lager zurückgekehrt. Die Spieler scherzten nach ihrem letzten WM-Spiel in Katar auf dem Weg aus der Halle, die Funktionäre zogen nach Platz sieben zufrieden Bilanz. "Jetzt darf die Mannschaft sich feiern lassen", sagte Verbandsvizepräsident Bob Hanning.

Bundestrainer Dagur Sigurdsson lobte mit glänzenden Augen den famosen Auftritt seiner Mannschaft. "Wir können stolz sein. Ich finde, wenn man draufguckt, welche Mannschaften hinter uns sind, dass wir sechs Siege, ein Unentschieden und nur zwei Niederlagen haben, ist das ein super Turnier", sagte der Isländer und wagte auch gleich einen Ausblick in die Zukunft: "In den nächsten zwei, drei Jahren können wir uns um zehn, fünfzehn Prozent steigern. Da bin ich optimistisch."

Nach einem Kraftakt am Vorabend stiegen die deutschen Handballer am Sonntagmorgen ein paar Stunden vor dem Endspiel der WM in Katar zwischen dem Gastgeber und Olympiasieger Frankreich in ihren Flieger Richtung Heimat, wo sie am Sonntag in Frankfurt landeten. Müde und ausgelaugt, aber auch stolz und zufrieden blickten Uwe Gensheimer und seine Kollegen auf ihr persönliches Turnierfinale mit dem 30:27 (16:14)-Sieg gegen Slowenien zurück. Der sechste Erfolg im neunten Spiel binnen 18 Tagen sicherte ihnen Platz sieben und die ersehnte Teilnahme an der Olympia-Qualifikation.

Gensheimer bester Deutscher

"Es hat heute riesigen Spaß gemacht, gegen schwerwiegende Voraussetzungen mit dem hohen Kraftverlust über das gesamte Turnier hinweg das hier noch mal zu wuppen. Das war ein super Gefühl", sagte der Linksaußen. Mit 13 Treffern gegen Slowenien und 54 Turniertreffern war der 28-Jährige bester deutscher Torschütze. Vor allem angesichts der Tatsache, dass die deutsche Mannschaft sportlich gar nicht für die WM qualifiziert war, wertete Gensheimer den siebten Platz als Genugtuung. "Man muss bedenken, dass wir hier erst mit einer Wildcard hergekommen sind. Wir haben es allen gezeigt, dass wir zurecht bei der Weltmeisterschaft dabei waren", sagte er.

Mit dieser Einschätzung lag der Kapitän ganz auf einer Linie mit der Führung des Deutschen Handballbundes (DHB). "Wir sind in der Weltspitze wieder angekommen. Das haben wir bestätigt. Der Weg nach ganz, ganz oben ist aber noch ganz, ganz weit", sagte Vizepräsident Hanning.

Noch vor dem Abflug aus dem Wüsten-Emirat blickten auch die Spieler bereits in die Zukunft. "In der Mannschaft steckt ganz viel Perspektive, wenn man auch auf die Altersstruktur schaut. Ich glaube, wir können noch ein paar Jahre so zusammenspielen", sagte Rechtsaußen Patrick Groetzki (25). Nun peilen er und seine Mitspieler die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro im kommenden Jahr an und wollen dort auf ähnliche Weise für Furore sorgen. "Olympia ist für jeden Einzelnen von uns ein riesengroßer Traum", sagte Groetzki. "Diese Chance sich jetzt bewahrt zu haben, ist eine tolle Sache."
Weitere Beiträge zu den Themen: Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.