Rückzug hat angeblich "sportliche Gründe" - Brasilianer prangert Rassismus in Russlands Stadien ...
Hulk fehlt als WM-Losfee

Waren die Klagen über Rassismus im russischen Fußball zu viel des Guten? Hulk wird bei der WM-Auslosung nicht assistieren. Bild: dpa
Joachim Löw grübelt in der Heimat weiter über den Königsweg zur EM in Frankreich im kommenden Sommer. In der früheren Residenz der russischen Zaren im 2500 Kilometer entfernten St. Petersburg wurden derweil schon wichtige Entscheidungen für weitere Titelmissionen der deutschen Fußball-Weltmeister getroffen.

Am Tag vor der Auslosung der WM-Qualifikation 2018 am Samstag (17.00 Uhr/MESZ) mit möglichen Kracherspielen gegen die Ex-Champions Italien oder Frankreich bestätige die Fifa am Freitag das Moskauer Luschniki-Stadion als WM-Finalort am 15. Juli 2018. Beim Testlauf Confederations Cup 2017 tritt die DFB-Auswahl in ihrer Gruppe im Moskauer Spartak-Stadion (18. Juni), in St. Petersburg (22. Juni) und Sotschi (25. Juni) an.

Der umstritten Setzmodus per Fifa-Weltrangliste hält für das DFB-Team alle Optionen für die Ausscheidungsrunde von September 2016 bis November 2017 parat. Italien, Polen und die Türkei könnten ebenso Gegner aus den Töpfen 2 bis 4 werden wie eine deutlich leichtere Variante mit der Slowakei, Albanien und den Färöer. Anstelle von Löw wird DFB-Teammanager Oliver Bierhoff in St. Petersburg als einer von zehn Los-Assistenten bei der Show vor 2000 Ehrengästen im Saal und erwarteten 100 Millionen TV-Zuschauern in 164 Ländern als Vertreter des Weltmeisterteams agieren.

Als Losfee überraschend fehlen wird Topstürmer Hulk. Der Brasilianer müsse "Verpflichtungen" für seinen Verein Zenit St. Petersburg nachkommen, teilte die Fifa am Freitag mit. Der Rückzug habe "rein sportliche Gründe", betonte WM-Cheforganisator Alexej Sorokin. Zu Wochenbeginn hatte Hulk Rassismus im russischen Fußball beklagt - neben Korruptionsvorwürfen und Ukraine-Krise eines der sensiblen Themen im Reich von Präsident Wladimir Putin, der wie Fifa-Chef Joseph Blatter zu Beginn der Los-Show eine Rede halten wird. Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke, der seine eigene Zukunft nach dem Präsidentenwechsel offenbar selbst nicht mehr beim Weltverband sieht, bezeichnete die Gastgeber als "Hochgeschwindigkeitszug".
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