Rummenigge klagt eigene Fans an

Trotz aller Aufrufe zu einem friedlichen Miteinander haben sich Fan-Chaoten in den deutschen Fußball-Ligen wieder gewaltig daneben benommen. Hooligan-Exzesse auf Schalke, Massenschlägereien in Mönchengladbach, Randale in einem Regionalzug in Hannover und Magdeburger Fan-Ausschreitungen in der 3. Liga: Ausgerechnet am Wochenende im Zeichen des Gedenkens an den Terror von Paris zeigte sich mancherorts in Deutschland das hässliche Gesicht des Fußballs. Der traurige Höhepunkt mit vielen Schwerverletzten und Hunderten Festnahmen waren die Ereignisse um das Bundesliga-Topspiel am Samstagabend zwischen dem FC Schalke 04 und dem FC Bayern.

Wie die Gelsenkirchener Polizei mitteilte, versuchten "in einer gemeinsamen Aktion gewaltbereite Anhänger des FC Bayern München und des VfL Bochum den Kassenbereich Nord an der Arena zu stürmen". Es soll sich um einen "extrem gewalttätigen Übergriff" gehandelt haben, bei dem zahlreiche Menschen teilweise erheblich verletzt wurden. Handyvideos im Internet zeigen unter anderem, wie zum teil Vermummte aufeinander einprügeln. Der FC Bayern distanzierte sich am späten Abend von den Gewalttätern. "Es ist mir und uns allen absolut unerklärlich, wie man sich gerade in diesem Moment, nach den furchtbaren Ereignissen von Paris, so respektlos gegenüber der Gesellschaft und dem Fußball zeigen kann", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der sich bei Schalke und den zu Schaden gekommenen Menschen entschuldigte. "Ich habe erwartet, dass Fans des FC Bayern sich angemessen sensibel und anständig verhalten."

Pfefferspray in Hannover

In Hannover - wo am Dienstag das Länderspiel der deutschen Elf gegen die Niederlande wegen einer Terrorwarnung abgesagt worden war - musste die Polizei mit Pfefferspray und Schlagstöcken gegen 80 randalierende Fans von Werder Bremen vorgehen. Diese waren auf dem Weg zum Spiel nach Wolfsburg und wollten sich nicht kontrollieren lassen. Auch in Mönchengladbach kam es zu Vorfällen in einem Regionalzug, in dem Anhänger der Borussia und Hannover 96 aufeinander losgingen.
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