Sachenbacher-Stehle: Karriereende

Obwohl der internationale Sportgerichtshof CAS ihre zweijährige Sperre verkürzte, kehrt Evi Sachenbacher-Stehle nicht mehr zurück in den Wettkampfsport. Sie zieht damit einen Schlussstrich unter ihre Karriere als Skilangläuferin und Biathletin. Bild: dpa

Die Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle ist Geschichte. Die 34-Jährige, zuletzt sechs Monate wegen Dopings gesperrt, beendete am Sonntag ihre Karriere. Fast zeitgleich starteten ihre ehemaligen Teamkollegen mit Platz drei in der Mixed-Staffel gut in die Saison.

Evi Sachenbacher-Stehle hat einen Schlussstrich unter ihre von Dopingvorwürfen überschattete Sport-Karriere gezogen. Während ihre ehemaligen Teamkollegen im fernen Östersund mit Platz drei in der Mixed-Staffel einen gelungenen Saisonauftakt bejubelten, erklärte die 34-Jährige ihren Rücktritt vom Biathlon. "Ich fühle mich nicht in der Lage, den Winter so zu bestreiten, dass ich meinen Ansprüchen genüge und deswegen habe ich mich dazu entschlossen, dass ich meine aktive Karriere beenden werde", sagte die zum Biathlon gewechselte zweimalige Langlauf-Olympiasiegerin am Sonntag in der ARD-Sportschau.

16 Tage zuvor hatte der Internationale Sportgerichtshof CAS ihre vom Biathlon-Weltverband IBU verhängte zweijährige Sperre auf sechs Monate verkürzt. Damit wäre sie wieder startberechtigt gewesen. "Drei Monate Training fehlen, mich haben die letzten Monate sehr viel Kraft gekostet. Man ist mit mir auch menschlich nicht immer gut umgegangen. Ich habe meine Schlüsse daraus gezogen", sagte die Bayerin. "Das Urteil hat klargestellt, dass ich nicht absichtlich gedopt habe, dass ich in keiner Weise betrügen wollte. Aber klar, der positive Dopingtest war da, das wird immer einen kleinen Schatten werfen."

Sachenbacher-Stehle hatte selbst im fortgeschrittenen Sportleralter innerhalb von nur zwei Jahren das Schießen gelernt und sich an die Weltspitze herangearbeitet. Bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi am 17. Februar war sie nach Platz vier im Massenstart positiv auf die nur im Wettkampf verbotene Stimulanz Methylhexanamin getestet worden. Sie hatte den Test mit einem verunreinigten Teepulver erklärt, das sie von einem privaten Ernährungsberater erhalten hatte. Im Vorfeld der Winterspiele in Turin 2006 war sie als Langläuferin wegen eines erhöhten Hämoglobinwerts mit einer fünftägigen Schutzsperre belegt worden.

Um Zentimeter geschlagen

Von den Geschehnissen in Deutschland bekamen die Skijäger in Schweden nichts mit. Ihnen fehlten am Ende nur wenige Zentimeter zum Sieg: Franziska Hildebrand, Franziska Preuß, Arnd Peiffer und Simon Schempp mussten sich im gemischten Doppel über 2 x 6 und 2 x 7,5 Kilometer Rang denkbar knapp Frankreich und Norwegen geschlagen geben. Der stark laufende Schlussmann Schempp unterlag erst auf der Zielgeraden Frankreichs Superstar Martin Fourcade um 0,2 Sekunden und dem Norweger Lars Birkeland im Foto-Finish. Insgesamt leistete sich das deutsche Quartett in dem spannenden Rennen neun Nachlader.

Doch der am Schießstand fehlerfrei gebliebene Schempp, der die stärkste Leistung ablieferte, haderte im ersten Moment ein bisschen mit sich. "Das ist ärgerlich. Da muss ich wohl mal ein bisschen mehr zur Drecksau werden", sagte Schempp im ZDF. Beim Einbiegen auf die Zielgerade war er mit Fourcade ein bisschen ins Gedränge gekommen, am Ende zog auch Birkeland aus dem Windschatten noch an ihm vorbei. "Dann bricht halt mal ein Stock. Aber ich bin insgesamt zufrieden", meinte der Uhinger, der in der vergangenen Saison als Schlussläufer der Männer-Staffel zweimal um Zentimeter am Sieg vorbeigeschrammt war.

Läuferisch war bei allen Vier noch Luft nach oben, aber die Komplexleistung stimmte, wie Herren-Bundestrainer Mark Kirchner sagte: "Das war ein guter Auftakt." Der frühere Sprint-Weltmeister Peiffer meinte: "Simon ist auf Sieg gegangen, da kann man schon mal Dritter werden. Wir haben uns gut präsentiert, es hätte genauso gut der erste Platz sein können."

Derweil hat sich Florian Graf mit einem Sieg beim IBU-Cup für einen Startplatz beim Weltcup-Saisonauftakt ebenso empfohlen wie die zweimalige Junioren-Weltmeisterin Luise Kummer mit den Plätzen fünf und Sieben. Kirchner und Damen-Bundestrainer Gerald Hönig vergeben nun die jeweils letzten zwei Weltcup-Tickets für Östersund.
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