Sachenbacher-Stehle überglücklich

Evi Sachenbacher-Stehle ist erleichtert über die drastische Verkürzung ihrer Dopingsperre. Bild: mr

Die zweijährige Dopingsperre von Evi Sachenbacher-Stehle ist durch den Internationalen Sportgerichtshof CAS drastisch reduziert worden. Damit könnte die 33-Jährige von sofort an wieder an Wettkämpfen teilnehmen. Ob die Olympiasiegerin weitermacht, ist aber noch offen.

Die zweijährige Dopingsperre von Evi Sachenbacher-Stehle ist um eineinhalb Jahre verkürzt worden. Der Internationale Sportgerichtshof CAS reduzierte die vom Biathlon-Weltverband IBU verhängte Höchststrafe drastisch. Damit könnte die 33-Jährige von sofort an wieder an Wettkämpfen teilnehmen. Eine Begründung für die Entscheidung gab der CAS am Freitag zunächst nicht, das komplette Urteil soll nachgereicht werden.

Die Biathletin zeigte sich nach dem Urteil "überglücklich". Ob die 33-Jährige ein Comeback startet, möchte sie "in den nächsten Tagen im Kreis ihrer Familie in Ruhe überlegen", teilte ihr Anwalt Marc Heinkelein (München) am Freitag mit. Nach der deutlichen Reduzierung ihrer Dopingsperre möchte sich Evi Sachenbacher-Stehle "bei allen, die an sie geglaubt haben, herzlich bedanken".

Das Ergebnis solle nun in Ruhe bewertet und die Öffentlichkeit "demnächst umfassend über weitere Details des Falles" informiert werden, heißt es in der Pressemitteilung. Dass seine Mandantin "bereits seit 3 Monaten zu Unrecht eine Strafe absitzt", erklärte Rechtsanwalt Heinkelein, werde "möglicherweise auch noch juristische Konsequenzen nach sich ziehen".

"Wir empfinden es als wichtig, dass der CAS erkennbar Augenmaß bewiesen hat. Das aus unserer Sicht sehr harte Urteil des Biathlon-Weltverbandes wird damit eindeutig relativiert. Dieser Fall zeigt, dass Athletinnen und Athleten auf eine faire Behandlung durch die schnell und effektiv arbeitende Sportgerichtsbarkeit bauen können", sagte Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sport Bundes (DOSB). "Die IBU respektiert die CAS-Entscheidung", erklärte Nicole Resch, Generalsekretärin des Biathlon-Weltverbandes.

Lange Ungewissheit

Bei den Winterspielen in Sotschi war bei Sachenbacher-Stehle nach Platz vier im Massenstart die nur im Wettkampf verbotene Stimulanz Methylhexanamin nachgewiesen worden. Die Bayerin war daraufhin aus dem Olympia-Team ausgeschlossen und später vom Biathlon-Weltverband mit der Höchststrafe von zwei Jahren belegt worden. Erst am 16. Juli fällte das mit unabhängigen Experten besetzte Internationale Hearing Panel der IBU das Urteil. Die lange Zeit bis zum Urteilsspruch hatte nicht nur bei Sachenbacher-Stehle Verwunderung ausgelöst. Gegen die Höchststrafe hatte die Sportlerin aus Reit im Winkl vor dem CAS geklagt.

"Mit seinem Urteil teilt das CAS ganz offensichtlich die Einschätzung des Deutschen Skiverbandes, dass es sich im Fall von Evi Sachenbacher-Stehle nicht um eine bewusste Leistungsmanipulation gehandelt hat.
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