Sané darf vorspielen

Leroy Sané kennt das DFB-Trikot schon von seinen Jugendeinsätzen. In den nächsten Tagen dürfte er sein Debüt im A-Kader feiern. Bild: dpa

In den letzten Länderspielen des Jahres beginnt Joachim Löw auch die Experimentierphase für die EM. Erstmals seit 14 Monaten darf sich Mario Gomez wieder beweisen. Der Schalker Jungstar Leroy Sané ist einer von zwei Neulingen. Zwei Weltmeister bekommen eine Ruhepause.

Comeback-Chance für Mario Gomez, überraschende Einladung für Leroy Sané. Sieben Monate vor der nächsten Titelmission heizt Joachim Löw den Wettkampf um die 23 EM-Plätze vor den Klassikern in Frankreich und gegen die Niederlande kräftig an. Während die viel belasteten Weltmeister Mesut Özil und Toni Kroos am kommenden Freitag im Pariser EM-Endspielstadion und vier Tage später in Hannover gegen Oranje eine schöpferische Pause bekommen, setzt der Bundestrainer mit der Rückholaktion von Gomez nach 14 Monaten und der erstmaligen Nominierung von Jungstar Sané für die letzten Länderspiele der Fußball-Nationalmannschaft 2015 ein klares Zeichen.

"Nun beginnt für uns die Phase der Vorbereitung auf die EM in Frankreich. Deswegen werden wir jede Gelegenheit nutzen, einige Varianten zu testen", sagte Löw. Die Rückholaktion von Gomez begründete der 55-Jährige mit der deutlichen Leistungssteigerung des lange nicht berücksichtigten Angreifers in der Türkei: "Wenn Mario fit ist, regelmäßig spielt, seinen Rhythmus und Selbstbewusstsein hat, dann kann er für jede Mannschaft wertvoll sein, natürlich auch für uns. Diese Voraussetzungen sind nun erfüllt."

Noch am Freitag musste Löw drei Tage vor der Zusammenkunft in München an seinem Aufgebot Umbauarbeiten vornehmen. Erst am Nachmittag stand die Liste der 25 Akteure - unter ihnen nur noch 13 Weltmeister - fest. Zuvor hatte Marco Reus wegen seines Muskelfaserrisses aus dem Dortmunder Europa-League-Spiel wieder einmal absagen müssen. Angesichts der schweren Leistenverletzung von Mario Götze aus dem missratenen Irland-Spiel (0:1) im Oktober hat Löw nicht mehr all zu viele Offensivoptionen - zumal Max Kruse und Karim Bellarabi zuletzt ebenfalls angeschlagen waren.

Zurück im Kader sind erstmals in dieser Saison Sami Khedira von Juventus Turin, der Neu-Wolfsburger Julian Draxler und Antonio Rüdiger vom AS Rom. Hingegen dürfen Özil und Kroos ein wenig durchschnaufen. "Die Saison ist noch sehr lang, in ausländischen Ligen gibt es teilweise keine Winterpause. Daher habe ich dieses Mal auf eine Nominierung von Mesut Özil und Toni Kroos verzichtet", sagte Löw über die Profis vom FC Arsenal und von Real Madrid.

Aufsteiger der Saison

Sané ist einer der Aufsteiger der Saison - nicht nur durch vier Bundesliga-Tore. Mit seinem frischen Spielstil hat er auch den Bundestrainer überzeugt und könnte der 77. Neuling unter Löw werden. Allerdings nur in Paris - anschließend reist er zur U 21, die am folgenden Dienstag in Fürth gegen Österreich um Punkte in der EM-Qualifikation spielt. "Er ist schnell, technisch stark, sucht das Eins-gegen-Eins, ist unbeschwert. Wir sehen bei ihm enormes Potenzial", sagte Löw.

Mit gleich vier Torhütern reist Löw nach Frankreich. Manuel Neuer hatte bereits im Oktober verdeutlicht, dass er selbstverständlich im Stade de France spielen will - um einen Eindruck von der Endspielarena zu bekommen. Für den Torhüterposten stehen noch Bernd Leno, nach seiner Oktoberpause auch Ron-Robert Zieler und Quasi-Neuling Kevin Trapp zur Verfügung.
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