Sané-Millionen helfen beim Schalke-Umbau
„Mehr Spielraum“

Leroy Sané wechselt für die Rekordsumme von 50 Millionen zu Manchester City. Bild: dpa

Mittersill/Manchester. Kaum war der Rekordtransfer von Leroy Sané zu Manchester City perfekt, dachte Christian Heidel schon über mögliche Investitionen für den weiteren Umbau des Revierclubs nach. "Das Geld steht nun für den Gesamtetat des FC Schalke zur Verfügung. Aber nirgendwo steht, dass alles in Ablösen oder Gehälter investiert werden muss", sagte der Sportvorstand. "Aber sicher haben wir nach dem Transfer noch einmal mehr Spielraum für Spielerkäufe." Gleichwohl will er die Summe nicht komplett für Neuzugänge ausgeben. "Jeder weiß, dass wir in die Infrastruktur des Clubs investieren."

Wechsel wegen Guardiola


"Ich fühle mich gut, ich bin froh, hier zu sein, und froh, dass alles geklappt hat", wurde Sané in der Mitteilung der Citizens zitiert. Ausschlaggebend für seinen Wechsel sei Startrainer Pep Guardiola gewesen. "Er hat mich überzeugt, hierher zu kommen und dass ich weiter Fortschritte machen kann", berichtete er. Der Offensivspieler erhält einen Vertrag bis 2021.

Heidel räumte ein, dass man nicht darauf gedrängt hatte, dass Sané seinen Vertrag bis 2019 erfüllt. "Nein, denn Leroy hatte keinen Zweifel daran gelassen, dass er unbedingt gehen wollte. Wie hätte ich ihn überreden sollen? Wichtig war, dass Leroy und sein Management verstanden und akzeptiert haben, dass ein Wechsel nur möglich ist, wenn die wirtschaftlichen Interessen des Vereins gewahrt bleiben." Ob Sané für Schalke sportlich gleichwertig zu ersetzen ist, bleibt abzuwarten, finanziell ergibt der Transfer bei den geplanten Umbaumaßnahmen Sinn. Im nächsten Sommer hätte Sané für eine festgeschriebene Ablöse von 37 Millionen Euro wechseln können. Heidel traut dem Fußball-Juwel zu, sich im hochkarätigen Kader einen Platz zu erobern. Gleichwohl blute allen das Herz. "Mit Leroy verlieren wir einen tollen Fußballer mit gutem Charakter." Heidel bastelt weiter am neuen Kader. Nach Naldo und Breel Embolo sind die Verpflichtungen von Coke und dem ehemaligen Augsburg-Profi Abdul Rahman Baba, der für ein Jahr von Chelsea ausgeliehen wurde, fix. Vor allem Coke könne schnell "zum Führungsspieler" werden, glaubt Heidel. Ein kampfstarker Sechser und ein offensiver Flügelspieler sollen noch kommen. Man habe Spieler im Auge, sei aber mit keinem "in finalen Verhandlungen".

Transfersummen in Ordnung


Anders als viele Kritiker hält Heidel die exorbitant hohen Transfersummen nicht für problematisch. Alle Clubs könnten davon profitieren. "Ich glaube, dass überhaupt kein Fußballer auf diesem Planeten 50 Millionen 'wert' ist", sagte Heidel. Durch die gestiegenen TV-Verträge komme aber immer mehr Geld in die Kassen der Vereine. "Solange der Markt dieses Geld zur Verfügung stellt, ist alles in Ordnung. Wenn nicht, und es muss fremdfinanziert werden, kann eine Blase entstehen", warnte er.

Die Gefahr schätzt er in Deutschland aber nicht als hoch ein, "weil es bei uns fast nur Clubs gibt, die sich aus ihren selbst generierten Einnahmen finanzieren. Solange sich der Fußball selber trägt, ist es gesund. Wenn Fremdquellen dazukommen, weiß man nicht, was wird, wenn diese Quelle mal versiegt."

Die teuersten deutschen Fußballspieler und Bundesliga-ExporteVon der Bundesliga ins Ausland:

Kevin De Bruyne, 75 Millionen Euro, vom Vfl Wolfsburg zu Manchester City

Leroy Sané, 48 Millionen Euro (plus X), vom FC Schalke 04 zu Manchester City

Granit Xhaka, 45 Millionen Euro, von Borussia Mönchengladbach zum FC Arsenal

Henrich Mchitarjan, 42 Millionen Euro, von Borussia Dortmund zu Manchester United

Roberto Firmino, 41 Millionen Euro, von 1899 Hoffenheim zum FC Liverpool

Die teuersten Transfers deutscher Fußball-Profis:

Mesut Özil, 50 Millionen Euro, von Real Madrid zum FC Arsenal

Leroy Sané, 48 Millionen Euro (plus X), vom FC Schalke 04 zu Manchester City

Mario Götze, 37 Millionen Euro, von Borussia Dortmund zu Bayern München

Julian Draxler, 36 Millionen Euro, von Schalke 04 zum VfL Wolfsburg

Mats Hummels, 35 Millionen Euro, von Borussia Dortmund zu Bayern München (dpa)
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