SC setzt auf Goschler und Rittner

Roland Rittner will beim SC Luhe-Wildenau anpacken: Der Trainer hat sich bereiterklärt, an die Stätte seiner größten Erfolge zurückzukehren. Allerdings muss der Verein in der Lage sein, eine ordentliche Mannschaft für die Bezirksliga zu stellen. Bild: A. Schwarzmeier

Der Trainer hat hingeworfen, die Spieler verlassen in Scharen den Verein: In Fußballerkreisen ist der SC Luhe-Wildenau deshalb bereits für mausetot erklärt worden. Kommt der Abgesang zu früh? Nun packt ein SC-Urgestein an und verspricht: "Wir werden definitiv in der Bezirksliga antreten."

(af) Siegfried Goschler ist beim SC Luhe-Wildenau der Mann für alle Fälle. Aktiver Spieler, Teambetreuer, Jugendleiter, Spartenleiter, dazu 22 Jahre lang Kassier und drei Jahre lang Vorstand - was hat das Ehrenmitglied nicht schon alles für diesen Klub geleistet! Jetzt steht der mittlerweile 68-Jährige aber vor seiner vielleicht größten Herausforderung. "Ich habe seit acht Tagen den Auftrag, einen Bezirksliga-Kader für die kommende Saison auf die Beine zu stellen", sagt Goschler.

Letzter Rettungsanker

Für den SC Luhe-Wildenau ist Goschler der letzte Rettungsanker. Sollte er scheitern, dann muss einem Angst und Bang werden um einen Traditionsverein, der in seinen Glanzzeiten sogar schon in der Landesliga kickte. Am Erfolg seiner Mission hat Goschler jedoch keinen Zweifel: "Es wird schwierig, aber wir schaffen das. Wir werden in der Bezirksliga eine konkurrenzfähige Mannschaft stellen."

Außenstehende haben daran ihren Zweifel. Vom letztjährigen Kader, der vor drei Wochen quasi in letzter Minute den Bezirksliga-Verbleib unter Dach und Fach gebracht hatte, sind nur noch Überbleibsel vorhanden (siehe Kasten). Der überwiegende Teil des Bezirksliga-Aufgebots hat sich aus Oberwildenau verabschiedet oder steht vor dem Absprung. Den Aderlass will Goschler nicht schönreden. "Wir müssen einen gewaltigen Umbruch verkraften", gibt er zu. Dabei räumt er Defizite auf Funktionärsebene ein. "Bei uns ist die sportliche Leitung weggebrochen. Das war unser großes Dilemma", weiß Goschler, der nun als kommissarischer Spartenleiter den Karren aus dem Dreck ziehen will.

Allerdings kann er bei dem Vorhaben nicht auf Markus Dagner zählen. Bei der Saisonabschlussfeier vor zwei Wochen teilte der Trainer den SC-Verantwortlichen mit, nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Für Goschler jedoch nicht das große Problem. Seit Mittwochabend hat er nämlich einen Mitstreiter mit Rang und Namen an seiner Seite: Roland Rittner, der in den neunziger Jahren den Sportclub zunächst in die Bezirksoberliga und dann zwei Mal in die Landesliga führte - eine Gallionsfigur mit Strahlkraft.

Mit Herzblut am SC

"Roland hängt mit Herzblut am Verein", betont Goschler. "Er lässt nichts auf den Sportclub kommen und möchte uns helfen." Allerdings hat Rittner, der zuletzt den SV Raigering coachte, seine Zusage mit einer Bedingung verknüpft. So müsse der SC Luhe-Wildenau eine ordentliche Mannschaft auf die Beine stellen.

Und genau daran arbeitet Goschler mit Hochdruck. "Mir haben einige Spieler gesagt, dass sie bleiben, wenn ein guter Trainer kommt", verrät er. Zudem arbeitet der 68-Jährige mit Helfern aus dem Verein eine Liste von auswärtigen Akteuren ab, die für einen Wechsel nach Oberwildenau in Frage kommen. Goschler glaubt fest daran, dass sich in kurzer Zeit viel bewegen lässt. "Ich denke, dass wir in vier Wochen ein positives Bild abgeben werden", betont er. Gleichzeitig schickt er eine Kampfansage an alle, die den SC bereits beerdigt haben haben: "Der SC ist weder tot noch pleite. Er lebt."
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