Scheitern verboten

Noch schaut der Dortmunder Trainer Thomas Tuchel recht skeptisch. Aber er rechnet fest damit, dass seine Mannschaft gegen Wolfsberg klar gewinnt. Bild: dpa

Der BVB geht nach dem 1:0 im Hinspiel als hoher Favorit in die Europa-League-Qualifikation gegen den Wolfsberger AC. Ein Ausscheiden beim Heimdebüt von Thomas Tuchel vor einer Rekordkulisse würde den Einstieg des neuen Trainers erschweren.

Der Gegner kommt diesmal nicht aus Madrid oder London, sondern aus der österreichischen Fußball-Provinz. Dennoch rechnet Borussia Dortmund in der Partie gegen den Wolfsberger AC mit einer Rekordkulisse. Einschließlich der Dauerkarten wurden bisher bereits 63 000 Tickets verkauft - das gab es für einen deutschen Club in der Qualifikation zur Europa-League noch nie.

Diesen erstaunlichen Zuspruch der zuletzt an die Königsklasse und namhaftere Konkurrenz gewöhnten Fans empfindet Trainer Thomas Tuchel als zusätzlichen Anreiz für sein Heimdebüt am Donnerstag (20.30 Uhr/ARD) : "Das ist die Energie, auf die ich mich besonders freue. Sie soll uns zu besonderer Kraft verhelfen - und das soll gegen Wolfsberg beginnen."

Für die meisten BVB-Anhänger gilt es bereits als ausgemachte Sache, dass ihr Club bei der Auslosung der Playoffs (20. und 27. August) um die Teilnahme an der Gruppenphase einen Tag nach der Partie noch dabei ist. Schließlich verhalf das 1:0 im Hinspiel zu einer komfortablen Ausgangslage. Mit der Favoritenbürde kann Tuchel nach eigenem Bekunden gut leben: "Wir trauen uns zu, dominant aufzutreten. Das wird man unserem Spiel anmerken. Wir sind eine Woche weiter."

Eine Zitterpartie wie vor einer Woche in Klagenfurt, als der Rhythmus nach dominanten 60 Minuten vollends verloren ging, will sich die Borussia unter allen Umständen ersparen. Vor allem bei Standards erwies sie sich nicht nur im Hinspiel, sondern schon in der Vorbereitung als anfällig. "Wir müssen die Aufmerksamkeit und Aggressivität bei ruhenden Bällen erhöhen", forderte Tuchel und setzte beim Training entsprechende Akzente.

Zur Erleichterung des Fußball-Lehrers meldeten sich die zuletzt leicht angeschlagenen Pierre-Emerick Aubameyang und Ilkay Gündogan rechtzeitig zurück. Dagegen werden die Abwehrspieler Neven Subotic (Rücken) und Erik Durm (Knie) fehlen. Wie bereits in der Vorwoche von Tuchel angekündigt, wird Roman Weidenfeller das Tor hüten.

Für die Wolfsberger ist die wegen eines Flugzeugdefekts um einige Stunden verspätet angetretene Reise nach Deutschland ein Abenteuer. Nie zuvor spielte der Club aus Kärnten vor einer solch großen Kulisse. Das wertete Trainer Dietmar Kühbauer jedoch eher als Vorteil: "Ich wünsche es jedem, solche Partien erleben zu dürfen. Meine Spieler sollen die Atmosphäre genießen."

Die bisherigen Ergebnisse in der heimischen Bundesliga machen allerdings wenig Mut. Nach dem 0:0 am vorigen Wochenende im zweiten Meisterschaftsspiel beim SV Ried ist Wolfsberg noch immer sieg- und torlos.
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