Schiedsrichter im Auge

Karl-Heinz Schleier nimmt die Bundesliga-Schiedsrichter unter die Lupe. Bild: Steinbacher

Als Schiedsrichter ließ Karl-Heinz Schleier die Fußballspieler nach seiner Pfeife tanzen. Jetzt fürchten ihn die deutschen Spitzenreferees, denn ihre Leistungen werden vom Weidener unter die Lupe genommen.

Weiden. (dö) Was ihm in seiner aktiven Zeit als Unparteiischer aus gesundheitlichen Gründen verwehrt geblieben ist, da ist Karl-Heinz Schleier jetzt als Schiedsrichter-Beobachter angekommen: nämlich in der Fußball Bundesliga.

"War mein erstes Spiel in Augsburg schon der Hammer, ist das Spitzenspiel am Samstag des FC Bayern gegen Leverkusen bereits die Spitze", freut sich der 55-Jährige auf seine Aufgabe in der Allianz-Arena. Dann beobachtet er ganz genau den Auftritt von Knut Kircher, seiner beiden Assistenten an den Außenlinien sowie des vierten Offiziellen. "Meistens halte ich mich dabei in der Nähe von Sky auf, um strittige Szenen sofort nochmals sehen zu können", beschreibt er einen Teil seiner Tätigkeit im Stadion.

Die Arbeit als Beobachter beginnt schon lange vor Spielbeginn, denn ein Vorgespräch mit dem Schiedsrichterteam ist Pflicht. Das gleiche gilt nach dem Spiel, wenn mit dem "Coaching" das Geschehen der gut 90 Minuten nochmals durchgesprochen und die strittigen Szenen unter Benutzung der ersten Vidoanalysen bereits bewertet werden. Endgültig hat Karl-Heinz Schleier seine Aufarbeitung spätestens am Dienstag um 7 Uhr beim DFB abzugeben. Bis dahin kann er die Live-Übertragung auf einer DVD studieren, ehe er die neun Kategorien umfassende Bewertung verfasst. Dabei muss er nicht nur die Leistung und das Verhalten des Schiedsrichters auf dem Platz genau im Auge behalten. Das gleiche gilt für die beiden Assistenten sowie den offiziellen vierten Mann.

Keine Berührungsängste

Karl-Heinz Schleier hat also die deutsche Elite des Schiedsrichterwesens vor sich. "Das war schon in der 2. Bundesliga so, deswegen gibt es keine Berührungsängste mehr", gibt der routinierte Unparteiische an. Der Weidener schaffte nämlich erst im Laufe dieser Bundesliga-Vorrunde den Aufstieg von der zweiten in die erste Liga. Dabei hatte er in der vergangenen Saison die undankbare Aufgabe, beim letzten Zweitliga-Spieltag das Abstiegsduell Dynamo Dresden gegen Arminia Bielefeld zu beobachten. "Wegen der Hektik war diese Herausforderung extrem schwierig", beschreibt er diese Partie. Die Schiedsrichterkommission Elitebereich unter Vorsitz von Herbert Fandel beförderte Schleier ganz nach oben.

Der gebürtige Zirndorfer war zu aktiver Schiedsrichterzeit bis zur Regionalliga eingesetzt, als Linienrichter stand er drei Jahre lang in der Bundesliga und zwei Jahre bei internationalen Einsätzen an der Außenlinie. Karl-Heinz Schleier kann man so schnell nichts vormachen, das wissen die deutschen Elite-Schiedsrichter aber auch.
Weitere Beiträge zu den Themen: FC Bayern (6867)Dezember 2014 (1863)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.