Schießen
Pistolen-Silber geht nach Regensburg

Glücklicher geht nicht: Monika Karsch war nach der Siegerehrung selig mit ihrer Silbermedaille. Die Sportschützin aus Regensburg überraschte die Experten und stieß mit der Sportpistole überraschend ins Finale vor. Bild: dpa

Rio de Janeiro. Schon vor dem Duell um Gold hüpfte Sportschützin Monika Karsch jubelnd durch die Olympia-Schießanlage Deodoro. Die Sportsoldatin aus Regensburg wusste: Mindestens Silber ist ihr mit der Sportpistole nicht mehr zu nehmen. Und im finalen Shooutout war die 33-Jährige nach einer furiosen Aufholjagd von 0:6 auf 6:6 dem Riesen-Coup ganz nah, doch in der letzten Runde hatte Anna Korakaki am Dienstag die besseren Nerven. Am Ende hieß es 8:6 im Final-Match für die Griechin, aber auch Karsch hatten allen Grund zu feiern. "Wahnsinn, das ist wirklich ein Traum", jubelte Karsch.

Sie habe mit der Ersatzwaffe schießen müssen. "Die fühlt sich einfach ein bisschen anders an", sagte die Bayerin, die stolz auf ihre Aufholjagd war: "Es gehört wahnsinnig viel Energie dazu, da nochmal so zu kämpfen." Das Kuriose: Korakaki und Karsch schießen in der Bundesliga beide für den SV Waldkirch. "Sie hat Silber gewonnen, nicht Gold verloren", sagte Bundestrainer Detlef Glenz.

Vier Jahre nach der historischen Pleite von London, wo es erstmals seit 1964 keine Olympia-Medaille für den Deutschen Schützenbund gegeben hatte, holte Karsch in Brasilien das erste Edelmetall für den Verband. Mit der Luftpistole hatte sie am Sonntag nur den 25. Platz belegt. Die 33 Jahre alte Sportsoldatin, die als Vierte in das Finale der besten Acht eingezogen war, trug im Finale ein Amulett um den Hals mit einem Foto ihrer Kinder Lina (3 Jahre) und Bruno (5). Und der Glücksbringer wirkte.
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