Schon mehrere Übergriffe auf ausländische Spieler beim FC Ostelbien
Platzverweis für einen Verein

Der Fußballplatz in Dornburg südöstlich von Magdeburg liegt unscheinbar am Ortsrand der kleinen Gemeinde. Das Gras ist in der Saisonpause ungemäht, am Rand steht eine braun angestrichene Hütte. "Unsere Liebe - Unser Leben - Unser Verein", heißt es dort. Hakenkreuzfahnen oder ausländerfeindliche Sprüche an den Hauswänden sucht man vergeblich. Trotzdem - der Verein FC Ostelbien Dornburg gilt als Sammelbecken von Neonazis.

Er sorgt mit Schlägereien und brutalen Fouls statt mit Toren für Schlagzeilen. "Wir haben schon vor Jahren festgestellt, dass sich dort viele Rechtsextremisten tummeln", berichtet der Chef des Landesverfassungsschutzes, Jochen Hollmann, am Donnerstag. Rund 15 Vereinsmitglieder, darunter viele der aktiven Spieler, seien als Rechtsextremisten bekannt.

Schiedsrichter und Gegner werden beleidigt und bedroht. "Wir sind seit spätestens Anfang des Jahres ständig mit dem Fußball-Landesverband in Kontakt, weil die Aktivitäten des FC Ostelbien Dornburg seit Anfang des Jahres deutlich an Intensität und Brutalität zugenommen haben", sagt Lutz Bengsch, Vorstandsvorsitzender beim Landessportbund Sachsen-Anhalt. "Und zwar sowohl auf dem Platz als auch verbal gegen Schiedsrichter, Zuschauer und Mitspieler."

Beispiel Paplitz: In dem Genthiner Ortsteil verlor der FC Ostelbien im Juni ein Relegationsspiel um den Aufstieg in die Kreisoberliga. Hatte es schon während der Partie ruppige Fouls gegeben, sollen Ostelbier nach dem Abpfiff auf Paplitzer Spieler eingeschlagen haben. Vier Paplitzer erstatteten Anzeigen. Inzwischen ermittelt der für politische Straftaten zuständige Staatsschutz, erklärt ein Polizeisprecher. Auch bei einem Hallenturnier in Gommern gab es im Januar gewaltsame Übergriffe, auch hier wurden Anzeigen erstattet.

In Medien wird über Übergriffe auf ausländische Spieler mitten auf dem Spielfeld berichtet, Schiedsrichter weigerten sich aus Sorge um ihre Gesundheit, Spiele zu pfeifen.

Nach Informationen der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" beschloss der Landesfußballverband am Donnerstag den Ausschluss des FC Ostelbien aus dem organisierten Sport. Entsprechende Schritte sollten umgehend eingeleitet werden, berichtete das Blatt. Verbandspräsident Erwin Bugar sagte der Deutschen Presse-Agentur im Anschluss an die Präsidiumssitzung am Donnerstag, dass sich das Gremium erst am kommenden Dienstag zu der Angelegenheit äußern werde.
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