Schonach: Nach dem Sieg im Teamwettbewerb geht im Einzel nichts mehr
Ernüchterung für Kombinierer

Im nebeligen Schwarzwald triumphierten die deutschen Kombinierer Johannes Rydzek, Björn Kircheisen, Tino Edelmann und Eric Frenzel (von links) am Samstag im Teamwettbewerb. In den Einzelkonkurrenzen am Sonntag liefen sie jedoch alle hinterher. Bild. dpa
Mit einem dampfenden Becher Tee zwischen den Händen nahm sich Fabian Rießle nach dem ernüchternden Heim-Weltcup in Schonach noch ein wenig Zeit zum Plaudern mit Bekannten. Den Erfolg im Teamwettbewerb am Samstag verpasste der von einem bakteriellen Infekt gebeutelte Breitnauer komplett, in der Einzelkonkurrenz am Sonntag musste der Weltcup-Spitzenreiter abgeschlagen aufgeben.

"Die ersten zweieinhalb Runden hat es echt gut funktioniert, von jetzt auf gleich hat aber die Krankheit zugeschlagen. Dann ging gar nix mehr", sagte der 24-Jährige nach dem Sieg des Österreichers Lukas Klapfer im Schwarzwald. Bester Deutscher wurde als Achter der Oberstdorfer Johannes Rydzek. "Das war heute ein bisschen ernüchternd", resümierte Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Schon auf der Schanze hatten die Athleten des Deutschen Skiverbandes (DSV) nicht ihr Potenzial abgerufen. "Im Springen haben wir noch nicht gebracht, was wir drauf haben", kritisierte Weinbuch. Auf einem geteilten achten Platz ging Tobias Haug als bester Deutscher mit einem Rückstand von 24 Sekunden auf den führenden Norweger Haavard Klemetsen in die Loipe. "Dabei war die Ausgangsposition noch so gut, dass wir es auf's Stockerl hätten schaffen können", meinte Weinbuch. "Die ganze Mannschaft ist dann aber nicht so gut gelaufen."

Rießle brach sogar komplett ein. "Das war wie ein Hammer", beschrieb Weinbuch den plötzlichen Leistungsabfall. "Innerhalb von 500 Metern haben wir ihn dann rausgenommen." Der Bundestrainer setzt darauf, dass Rießle kommende Woche im französischen Chaux-Neuve wieder dabei ist.

Die beste deutsche Vorstellung bot am Sonntag noch Rydzek, der tags zuvor als Schlussläufer den Triumph vor den zuletzt so starken Norwegern im Teamwettbewerb perfekt gemacht hatte. Wie Rießle haben jedoch auch er und Kircheisen wegen den Nachwehen eines Infekts an Substanz verloren. Auf Tino Edelmann (11.), Eric Frenzel (14.) oder auch Björn Kircheisen (27.) trifft das ebenso zu.
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