Schwimm-Quali für Rio
Wolf in der Warteschleife

Paul Biedermann (Mitte) schwimmt über die 200 Meter Freistil überlegen zum deutschen Meistertitel. Der Bayreuther Florian Vogel landete auf Platz zwei. Bild: dpa

Olympia als Schwimmer-Nullnummer - das könnte ein Einzelfall bleiben. Paul Biedermann & Co. machen bei den deutschen Meisterschaften Mut für Rio. Ob dann der Altenstädter Philipp Wolf dabei ist, steht weiter nicht fest.

Berlin. (mr/dpa) Für den normalerweise undankbaren vierten Platz wäre Philipp Wolf so dankbar gewesen. Der Schwimmer aus Altenstadt/WN (Kreis Neustadt/WN) landete bei den deutschen Meisterschaften in Berlin über die 100 Meter Freistil auf Platz fünf. Der Oberpfälzer will sich für die 4x100-Meter-Freistilstaffel bei Olympia qualifizieren. Mit Platz vier hätte er für das DSV-Quartett natürlich bessere Chancen gehabt. "Wahrscheinlich habe ich aber noch eine Chance", sagte Wolf am Sonntagabend in Berlin. Näheres erfahre er am Montagmorgen bei einer Besprechung der Aktiven mit Chefbundestrainer Henning Lambertz.

Wolf zeigte in der Hauptstadt eine starke Vorstellung und verbesserte seine persönlich Bestmarke knapp eine Sekunde auf 49,05 Sekunden. "Mit der Zeit bin ich wirklich super zufrieden", sagte der 23-Jährige. "Ich war gut drauf, habe auf der Strecke auch keinen Bock gebaut." Das Rennen war allerdings wahnsinnig schnell. Es siegte der Essener Damian Wierling (48,54) vor den zeitgleichen Paul Biedermann (48,65) und Björn Hornikel. Auf Platz vier landete Marco di Carli (48,89). Steffen Deibler (49,24) ließ Wolf klar hinter sich.

Derweil machen sechs deutsche Rekorde und mehr als ein Dutzend Plätze unter den Top Ten der Weltjahresbestenliste mit Weltmeister Marco Koch als Nummer eins Hoffnung auf die ersten Olympia-Medaillen seit 2008. Koch oder Weltrekordler Biedermann starten als aussichtsreiche Kandidaten den Rio-Countdown

Im Juli bestätigen


"Grundsätzlich bin ich sehr zufrieden. Es gab nicht nur ein, zwei herausragende Einzelkönner, sondern auch eine ganze Bandbreite von jungen Leuten", sagte Lambertz. Er rechnet mit einem etwa 30-köpfigen Team, das laut Zielvorgabe für mindestens zwei Medaillen gut sein soll. Bei einem zweiten Wettkampf muss die DM-Leistung für das Rio-Ticket bis Anfang Juli bestätigt werden. Bei diesem Wettkampf wir auch Wolf wieder dabei sein.

Biedermann nutzte das attraktivste Rennen über seine Paradestrecke 200 Meter Freistil zu einer Demonstration der Stärke. In 1:45,45 Minuten gelang ihm am Sonntag die weltweit die zweitschnellste Zeit des Jahres. Fast eine Sekunde lag er im Prestigeduell vor dem Bayreuther Florian Vogel, der zuvor die 400 Meter gewonnen hatte. Das reicht ihm aber noch nicht. "Da muss man in Rio schon deutlich schneller sein, wenn man in Metallebenen vordringen möchte", sagte Biedermann und fand es bei seiner letzten DM "schön, auf Wiedersehen zu sagen". Er und Vogel freuen sich auf "eine saugeile Staffel" in Rio. Vogel schwimmt wie Wolf für die SG Stadtwerke München. Koch zwickte noch im Vorlauf die Schulter, davon war im Finale über 200 Meter Brust nichts zu sehen. In 2:07,88 Minuten schwamm er nah an seine eigene Weltjahresbestzeit heran.

Wenk überragend


Die Rekordfrau der Tage von Berlin war mit vier Bestmarken Alexandra Wenk. Die Münchnerin löschte über 200 Meter Lagen am Samstag den 35 Jahre alten Rekord von Ute Geweniger aus dopingbelasteten DDR-Zeiten. Tags darauf verbesserte die 21-Jährige auch die nationale Bestmarke über 100 Meter Schmetterling - 57,76 Sekunden im Vorlauf ließ sie im Finale 57,70 folgen. "Ich bin super zufrieden, aber langsam ist auch irgendwann der Ofen aus", sagte sie.

Mit der Zeit bin ich wirklich super zufrieden.Philipp Wolf nach seiner Zeit von 49,05 Sekunden über 100 Meter Freistil
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