Schwimmen
Schwimmer wollen System überdenken

Rio de Janeiro. Nach der ständigen Olympia-Tristesse fordern Schwimmgrößen wie Franziska van Almsick oder Thomas Lurz einen Kurswechsel - für den Cheftrainer der leidgeplagten Schwimmer gibt es nur einen Ausweg. "Das System muss sich ändern, sonst sind wir im Leistungssport nicht mehr existent", warnte Bundestrainer Henning Lambertz nach dem nächsten Frusterlebnis in Rio. Nach Weltrekordler Paul Biedermann und Europameisterin Franziska Hentke stach auch der höchste Trumpf nicht. Statt der angepeilten Medaille ging Weltmeister Marco Koch als Siebter über 200 Meter Brust leer aus.

Wie vor vier Jahren steuern die deutschen Beckenschwimmer auf eine Bilanz ohne Medaille zu. Vier Finalteilnahmen in Peking 2008, überstrahlt von Britta Steffens Doppelgold, folgten acht Endlauf-Beteiligungen ohne Edelmetall in London 2012. Aktuell sieht es noch finsterer aus. "Am meisten tun mir die Fans leid, die nachts um drei aufstehen, um sich so was anzuschauen", sagte Lambertz.

"Die Ergebnisse bei Olympischen Spielen sind das Zeugnis der vierjährigen Arbeit", erklärte der vor über einem Jahr zurückgetretene Rekordweltmeister Lurz am Donnerstag. "Erstmal etwas Luft ranlassen und dann klar analysieren", riet Olympiasiegerin Steffen. Immerhin schraubten Rückenschwimmer Christian Diener und Lagenschwimmer Philip Heintz die Zahl der Finalplätze in Rio auf fünf. "Es ist Zeit, einen massiven Kurswechsel einzuleiten", sagte ARD-Expertin Franziska van Almsick.
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