Sechziger müssen im Abstiegskampf in Karlsruhe punkten - Darmstadt vor Bundesligaaufstieg
"Löwen" haben schwerste Aufgabe

Tränen, Bierduschen, Emotionen: Am 34. und letzten Spieltag der 2. Liga sind große Heldengeschichten, aber auch herzzerreißende Dramen programmiert. Nachdem der FC Ingolstadt den Aufstieg rauschend gefeiert hat und als 54. Bundesligist feststeht, wird nun ein zweiter Aufsteiger sowie ein Team für die Relegation (Donnerstag und Sonntag) gesucht. Auf der Pole Position befindet sich dabei Aufsteiger Darmstadt 98, der mit einem Heimsieg den Durchmarsch in die Fußball-Bundesliga perfekt machen würde - egal, was dann die Konkurrenten machen.

Besonders spannend wird es am Sonntag, wenn die neun letzten Partien der Spielzeit zeitgleich um 15.30 Uhr angepfiffen werden, in Karlsruhe und Darmstadt. Dort geht es für beide Kontrahenten jeweils noch um Auf- und Abstieg. Die "Lilien" empfangen den FC St. Pauli (14.), der sich ebenfalls aus eigener Kraft retten kann. Der Dritte Karlsruhe spielt gegen den TSV 1860 (15.) und könnte bei der Jagd nach dem eigenen Aufstieg den Münchner Traditionsverein in die 3. Liga schießen. Die "Löwen" spielen seit 2004 und damit von allen Clubs am längsten in Serie in der 2. Bundesliga.

Um Aufstieg

Obwohl die Darmstädter nur noch 90 Minuten von der Sensation trennen, lässt sich Schuster selbst nicht nervös machen. "Wir haben eine herrliche Aufgabe am Böllenfalltor gegen den FC St. Pauli", sagte Schuster, der im Hinblick auf die verrückte Aufstiegsrelegation gegen Arminia Bielefeld (1:3/4:2) im Vorjahr meint: "Normal können wir eh nicht." Darmstadt hatte das entscheidende Tor zum Aufstieg in der 122. Minute erzielt. Sollte ein ähnlicher Coup glücken, wäre Darmstadt das siebte Team, dem ein Durchmarsch aus Liga drei in die Bundesliga glückt. Auf einen Ausrutscher der "Lilien" müssen Karlsruhe und Kaiserslautern (gegen Meister Ingolstadt) mit je einem Punkt Rückstand hoffen.

Gegen Abstieg

Der FC St. Pauli und Greuther Fürth haben nach ihren Heimsiegen vom Wochenende alles in eigener Hand. Pauli tritt in Darmstadt an, das "Kleeblatt" spielt bei RB Leipzig, für die es um nichts mehr geht.

Unter großem Druck befinden sich der TSV 1860 (36 Punkte), der FSV Frankfurt (36) und Erzgebirge Aue (35). Mit der Partie beim KSC erwartet die "Löwen" dabei die wohl schwerste Aufgabe. "Das Lebensgefühl ist angespannt, so wie die ganzen Wochen", sagte TSV-Coach Torsten Fröhling vor dem großen Finale. Obwohl der TSV nicht zwingend auf die Hilfe Dritter angewiesen ist, will Fröhling über die Ergebnisse auf den anderen Plätzen Kenntnis haben. "Der Teammanager wird mich auf der Bank informieren. Ich muss das wissen, um gegebenenfalls auch reagieren zu können", erklärte der 48 Jahre alte Coach. Seine eigene Zukunft ließ er am Freitag offen. Dies stehe "in der aktuellen Situation hinten an".

Frankfurt reagierte auf die Misere mit einem Trainerwechsel und tauschte Benno Möhlmann am Montag gegen Thomas Oral aus. Dieser ließ seine Spieler beim ersten Training durch die Waschanlage einer benachbarten Tankstelle laufen - und er soll den FSV am Sonntag in Düsseldorf retten. Auf fremde Hilfe angewiesen ist Erzgebirge Aue (17.). Nur noch durch ein Wunder direkt absteigen kann der SV Sandhausen, der in Bochum spielt.
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