Segelfliegen
Kurzzeitig mehr Starts als in Frankfurt

Bayreuth. Ab Donnerstag, 17. Mai, bis Freitag, 27. Mai, kämpfen am Bayreuther Flugplatz 90 Piloten in drei Wertungsklassen um die bayerischen Meistertitel sowie um die Qualifikation zur deutschen Meisterschaft 2017. Auch fünf Welt- und Europameister sind am Start.

Segelflug-Wettbewerbe werden wie Luftrennen ausgetragen: Morgens erhalten die Piloten eine Liste mit Wegpunkten, die schnellstmöglich abzufliegen sind. Für jeden Piloten zählt dabei die individuelle Zeit vom Überqueren der virtuellen Abfluglinie bis zum Überqueren der Zielkreislinie kurz vor der Landung. Die Flieger müssen dabei die besten Aufwinde finden. Sie legen so Strecken zwischen 100 und 600 Kilometer ohne Motor zurück. Sportleiter Heiko Hertrich kann für die Konstruktion der Strecken auf eine Auswahl von 200 Wendepunkten zurückgreifen. Die äußersten liegen südlich von Dresden, am Ende des Bayerischen Waldes, bei Kassel, kurz vor Karlsruhe und auf der Schwäbischen Alb. Auch über Tschechien werden die Teilnehmer wahrscheinlich fliegen.

Der Wettbewerb ist eine von zehn Qualifikationsmöglichkeiten für die deutsche Meisterschaft 2017. Zu sehen sind Flugzeuge der offenen Klasse mit fast einer Tonne und bis zu 32 Metern Spannweite, der 18-Meter-Klasse (18 Meter Spannweite) und der Standardklasse (15 Meter).

Fünf ehemalige Welt- und Europameister zählen zum Starterfeld: Michael Buchthal aus Freudenstadt, Weltmeister der Standardklasse 2008, Wolfgang Clas von der LSG Bayreuth, Motorsegler-Europameister 1978 und 1980, Bruno Gantenbrink aus Iserlohn, Weltmeister der 15-Meter-Klasse 1989 und Europameister der Offenen Klasse 2000, Arndt Hovestadt aus Greven, Weltmeister der Clubklasse 2010 und Werner Meuser aus Marburg, Weltmeister der 15-Meter-Klasse 1997 und 2001 sowie amtierender Bayreuth-Gewinner in der 18-Meter-Klasse.

Aber auch die sieben Bayreuther Piloten brauchen sich in diesem Feld nicht zu verstecken. Im Team gewannen sie im vergangenen Jahr die Segelflug-Bundesliga und die World League. Sie sind damit aktuell die weltbeste Vereinsmannschaft. Drei Bayreuther starten in der Offenen Klasse: Neben Wolfgang Clas sind dies sein langjähriger Teampartner Alexander Müller, der als amtierender Bayerischer Meister einen Titel zu verteidigen hat und Uwe Förster. Auch in der Standardklasse treten mit Martin Brühl, Jan Hertrich und Sebastian Baier drei Piloten der LSG an. In der 18-Meter-Klasse vertritt dagegen nur Sebastians Onkel Johannes Baier den Gastgeber.

Von der Besucherterrasse am alten Terminal aus lassen sich Starts und Landungen gut verfolgen. Geflogen wird ab etwa 11 Uhr, wenn es die Wetterlage zulässt. Innerhalb einer guten Stunde werden dann alle Segelflugzeuge per Flugzeugschlepp oder mit ihren Hilfsmotoren (die nach dem Start natürlich auszuschalten sind) in die Luft gebracht. Der Bayreuther Flugplatz hat dann kurzzeitig mehr Starts als der Frankfurter Flughafen. Mit den ersten Landungen ist zwischen 16 und 17 Uhr zu rechnen.
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