Siegesserie im Hockey gerissen

Selbst bei der Siegehrung waren die deutschen Hockey-Damen noch ein bisschen traurig, weil sie sich mit WM-Silber zufriedengeben mussten. Im Endspiel hatte die Niederlande im Penaltyschießen die Nase vorn. Bild: dpa

Deutschlands Hockey-Damen verpassen zwar den Hallen-WM-Titel knapp. Dennoch haben sie den Männern in Leipzig die Show gestohlen. Die Herren patzen und sind am Ende ziemlich frustriert.

Die Vormachtstellung der deutschen Hockey-Teams in der Halle ist gebrochen. Erstmals in der Geschichte der Hallen-Weltmeisterschaft sind die erfolgsverwöhnten DHB-Teams beim Kampf um die Titel leer ausgegangen. Spielführerin Katharina Otte und ihr Team erreichten zwar in Leipzig das Endspiel, mussten sich aber am Sonntag den Niederlanden nach großem Kampf 0:1 (1:1, 1:0) im Penaltyschießen geschlagen geben.

Das bei den vorherigen drei Championaten stets erfolgreiche Herren-Team um die Doppel-Olympiasieger Moritz Fürste und Tobias Hauke patzte einmal und wurde nach einem 13:2 (5:2)-Torfest gegen Iran frustrierter Dritter. Dafür bejubelten die Niederländer im Finale den 3:2-Sieg über Österreich.

"Was für ein großartiger Fight. Ich hätte unseren Damen den Titel so gegönnt", sagte DHB-Präsident Stephan Abel ebenso begeistert wie enttäuscht. Dennoch können die DHB-Damen stolz sein, denn sie sind bei der Heim-WM als Hauptattraktion für das eigentliche Flaggschiff, das Herren-Team, in die Bresche gesprungen. Zurecht wurden die Vizeweltmeisterinnen von den Fans begeistert gefeiert. "Unsere Damen sind als Olympia-Siebte in London und Achte bei der Feld-WM 2014 viel gescholten worden. Deshalb ist es schön, dass jetzt auch sie mal im Mittelpunkt stehen", betonte Abel. Dass die DHB-Herren im Halbfinale scheiterten, wertete Abel "auf keinen Fall" als Beinbruch. "Es ist vielleicht sogar ganz gut, dass die Dominanz der Herren mal einen kleinen Dämpfer erhalten hat", sagte der scheidende DHB-Chef. Die Siegesserie endete nach einem Krimi: Aus einem 1:4 machten die Deutschen gegen die Niederlande zwar noch ein 4:4, doch das Penaltyschießen endete 1:2. "Die Enttäuschung überwiegt, wir wollten den Titel", gab Fürste geknickt zu.
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