Ski alpin
Endlich geht die Post ab

Viktoria Rebensburg hofft bei der Frauen-Abfahrt in Lake Louise auf einen gelungenen Einstand in die Speed-Wettbewerbe. Bild: dpa

Val d'Isère/Lake Louise. Drei Ski-Wochenenden lang mussten die deutschen Speed-Fahrer ihren Kollegen beim Schlängeln durch die Torstangen zusehen - nun geht auch in den schnellen Alpin-Disziplinen endlich die Saison los. Sowohl beim ersten Super-G der Männer am Freitag in Val d'Isère (12.00 Uhr) als auch der Frauen-Abfahrt in Lake Louise (20.30 Uhr/MEZ) stehen im deutschen Team Rekonvaleszenten im Fokus. Viktoria Rebensburg, Tobias Stechert und Josef Ferstl wollen nach zum Teil ganz langen Verletzungspausen wieder angreifen.

Die Hoffnungen im Deutschen Skiverband (DSV) auf einen vorderen Rang ruhen aber auf Andreas Sander, der sich in Abwesenheit der Kollegen in der Vorsaison enorm gesteigert hatte. Beim Saison-Abschluss in St. Moritz überzeugte der 27 Jahre alte Ennepetaler mit Platz sechs im Super-G und damit dem besten Weltcup seiner Karriere. In solche Regionen wollen auch die drei Rückkehrer wieder vordringen:

Viktoria Rebensburg

Zwölfmal fuhr die Kreutherin in den vergangenen zwei Wintern in die Abfahrt-Top-Ten bei Weltcups und WM, elfmal gelang ihr das im Super-G - ein Speed-Sieg schien ergo nur noch eine Frage der Zeit. Dann aber verletzte sich die Riesenslalom-Olympiasiegerin von 2010 vor dem Saisonstart am Schienbeinkopf und stieg nach einer wochenlangen Reha erst zuletzt wieder in das Riesentorlauf-Training ein. Beim Comeback am vergangenen Wochenende in Killington wurde sie 19. Die langen Bretter für Abfahrt und Super-G schnallte sie erst vor wenigen Tagen wieder an und bleibt bei ihrer Prognose entsprechend zurückhaltend. "Jetzt heißt es für mich, möglichst schnell den Wechsel auf die Speedski zu bewerkstelligen", sagte Rebensburg, die auf viele Läufe im Training und Rennen setzt.

Tobias Stechert

Der Routinier galt lange als großer Hoffnungsträger im Speed-Team, wurde von Verletzungen aber immer wieder zurückgeworfen. Sein letztes Weltcup-Rennen bestritt er im Januar 2015 in Wengen mit Platz sieben, ehe er auf der Kitzbühler Streif eine Knochenabsplitterung erlitt und seitdem keinen Weltcup mehr absolvierte. Die Saison 2015/16 ließ er nach der insgesamt sechsten Knie-OP im August 2015 komplett aus, auch um sich keinen Druck für das Comeback zu machen. Das steht nun an.

Josef Ferstl

In Abwesenheit von Stechert schien Ferstl im Winter 2015/16 drauf und dran, bis in die Weltspitze vorzurücken. Er verkörperte die Hoffnung auf den ersten Podestrang der deutschen Männer in einem Speed-Rennen seit Stephan Kepplers zweitem Platz 2010 beim Super-G in Gröden. Dann aber riss beim Sohn des zweimaligen Kitzbühel-Siegers Sepp Ferstl im Abfahrtstraining in Santa Caterina das Kreuzband.

Neue Startreihenfolge(dpa) Die alpinen Skirennfahrer starten von dieser Weltcup-Saison an mit anderen Reihenfolgen als bislang in ihre Abfahrten und Super-G. Die besten zehn Athleten der Startliste wählen eine ungerade Nummer zwischen 1 und 19. Die Sportler auf den Plätzen 11 bis 20 des Klassements werden auf die geraden Startnummern von 2 bis 20 gelost. Die Platzierten in dieser sogenannten WCSL-Liste von 21 bis 30 bekommen am Ende Startnummern von 21 bis 30 zugelost.

Die im Sommer durch den Weltverband FIS beschlossene Regeländerung wird erstmals beim Super-G der Herren am Freitag (12.00 Uhr) in Val d'Isère und bei der Abfahrt der Damen in Lake Louise (20.30 Uhr/MEZ) angewendet. Die Athleten jenseits der Top-30 starten entsprechend ihres WCSL-Rangs.

Bislang wurden die sieben bestplatzierten Sportler auf die Startränge 16 bis 22 gelost, die nächsten acht auf die Plätze 8 bis 15. Die verbleibenden Top-30-Athleten starteten auf 1 bis 7 und 23 bis 30. Durch die neue Regelung soll der geballte Auftritt der Topleute binnen weniger Minuten verhindert und mehr Spannung erzeugt werden.
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