Ski alpinl
Neureuther kann wieder siegen

Ein Neureuther wie zu besten Zeiten: Beim Slalom in Japan katapultiert sich Felix Neureuther im Finale bis an die Spitze und holt den zwölften Sieg seiner Weltcup-Karriere.

Yuzawa Naeba. Mit Dosenbier stieß Felix Neureuther breit lachend im Teambus auf seinen ersten Saisonsieg an. "Big in Japan", schrieb er zum Selfie, das die Stimmung nach seinem Slalom-Erfolg auf dem Mount Naeba dokumentierte bei Facebook. Kurz zuvor hatte der deutsche Weltcup-Rekordsieger schon sichtlich gelöst über die eigene Familie geplaudert. "Es ist immer schön, dort auch erfolgreich zu sein, wo es der Vater war. Das ist bei uns auch Familiengeschichte", sagte Neureuther am Sonntag.

Von Fünf auf Eins


Das bislang letzte Rennen auf dem Mount Naeba hatte Papa Neureuther 1975 hinter Hansi Hinterseer und Ingemar Stenmark auf Rang drei beendet - beim Weltcup-Comeback 41 Jahre später gelang Sohn Felix der zwölfte Sieg seiner Karriere. Fritz Dopfer wurde Vierter. Als Fünfter des ersten Durchgangs verbesserte er sich in Lauf zwei noch bis an die Spitze. Alpinchef Wolfgang Maier sprach danach von einer "sensationellen Fahrt": "Bravo. Das war ein Neureuther wie zu besten Zeiten."

Am Vorabend des Slaloms von Yuzawa Naeba hatten Neureuther Senior und Neureuther Junior via Videotelefonie bereits Eindrücke verglichen. "Da hab ich zu ihm gesagt: Hinter dem Stenmark, das ist keine Schande. Aber vom Hinterseer hättest du dich nicht schlagen lassen müssen", scherzte Neureuther im ORF und schob ein "Hansi, sei mir nicht böse" in Richtung des Volksmusikstars hinterher.

Lockerheit zurück


Musste Neureuther zu Saisonbeginn noch über Rückenschmerzen und Rückstände Auskunft geben, ist die Lockerheit inzwischen auch in der Öffentlichkeit zurück. "Ich war in Schladming auch schon sehr schnell", erinnerte er an den verschenkten Sieg. Ein Einfädler nach Zwischenbestzeit im Finale bedeutete vor knapp drei Wochen das Aus beim Flutlicht-Spektakel. "Unter uns, obwohl wir in Japan sind: Schladming hätte ich lieber gewonnen", berichtete er nun. "Das wäre der letzte große Slalom gewesen, den ich noch nicht gewonnen habe."

Die Enttäuschung für Dopfer rückte dadurch in den Hintergrund. Wie tags zuvor im Riesenslalom hatte der Vizeweltmeister nach dem ersten Lauf geführt. Der erste Weltcup-Sieg seiner Karriere war wieder greifbar - aber als Vierter verpasste er am Ende erneut das Podest. Sorgen machen müsse man sich deswegen aber nicht, betonte Maier: "Er ist Vierter und Siebter geworden - damit gehört er zur absoluten Weltspitze."
Es ist immer schön, dort auch erfolgreich zu sein, wo es der Vater war.Felix Neureuther
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