Ski und Rodel gar nicht gut

Nichts geht mehr, trotz Beschneiung. Am Klausenlift in Mehlmeisel stehen die Lifte still. An Skifahren ist da momentan nicht zu denken. Bild: gis

Braune Erde statt weiße Pracht: Die Hänge im Oberpfälzer Wald und Fichtelgebirge bieten aktuell für alpine Skifahrer ein trostloses Bild. An Training oder gar Wettkämpfe ist nicht zu denken. Der einzige Trost: Im gesamten bayerischen Raum, und oft auch darüber hinaus, sieht's nicht viel besser aus.

(af) Bereits im vergangenen Jahr schauten die Skisportler in die Röhre. Schnee gab's in unserer Region so gut wie gar nicht. Und auch heuer zeigt sich der Winter bislang von seiner sparsamen Seite. Einer, der die Hoffnung aber nicht aufgeben will, ist Matthias Chwatal. "Ich kann mich an Mitte der neunziger Jahre erinnern. Da gab es auch einige zu warme Winter", sagt der Sportwart des Oberpfälzer Skiverbandes (OSV) und macht in Optimismus: "Das Ganze kann sich alles zum Guten wenden. Die kalte Jahreszeit ist ja lange noch nicht vorbei."

Immerhin: Auf den Terminkalender hatte der Wechsel von Kälte und Tauwetter bislang keinen nennenswerten Einfluss. "Unsere Kaderathleten sind deutschland- und europaweit unterwegs und mit Wettkämpfen deshalb gut versorgt", erklärt Chwatal. Als Trainer des Bayerischen Skiverbandes ist der Burglengenfeld von Oktober bis Mai nur für den alpinen Skisport unterwegs.

Bad Wiessee statt Leutasch

Allerdings bedarf es bisweilen einiger Improvisation, um den Talenten die nötige Rennpraxis zu gewährleisten. So musste der OSV als Ausrichter den am kommenden Wochenende in Leutasch/Tirol geplanten Deutschlandpokal kurzerhand verlegen. "Auch dort gibt es zu wenig Schnee. Wir weichen jetzt nach Bad Wiessee aus", berichtet Chwatal. Der U12-Cup in Berchtesgaden und FIS-Rennen im österreichischen Hinterstoder sind weitere Veranstaltungen, bei denen die besten Oberpfälzer Skisportler in den nächsten Tagen an den Start gehen können.

Und wie sieht es aktuell in Oberpfälzer Gefilden aus? "Sehr mäßig", gibt Chwatal zu. Eigentlich sollten am Wochenende in Mehlmeisel die nordbayerischen Schülermeisterschaften über die Bühne gehen und die populäre Oberpfalzcup-Serie einläuten. Derzeit geht aber nichts am Klausenlift. Wegen Regenfällen und Sturmwarnungen wurde zuletzt der Liftbetrieb eingestellt.

Nicht besser ist die Situation am Fahrenberg. Oben am Hang liegt eine dünne Schneedecke, nach unten hin wird's immer grüner. Ob dort an den ersten beiden Februar-Wochenenden die nächsten Oberpfalzcup-Rennen steigen können, ist völlig offen. "Natürlich hängen wir alle derzeit permanent am Wetterbericht", sagt Chwatal im Namen aller Pistenbetreiber.

Nur mäßig kalt

Für entspannte Gesichter können die Voraussagen für die nächsten Tage aber nicht sorgen: Tagestemperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, nachts nur leichter Frost, dazu ein bisschen Schnee, der aber auch in Regen übergehen kann - keine guten Voraussetzungen, um die Pisten zumindest nachhaltig künstlich zu beschneien. "Minus drei Grad sollte es dazu schon haben", erklärt ein Mitarbeiter der Gemeinde Mehlmeisel. Für die nächsten Tage ist er eher skeptisch: "Da sieht es schlecht aus."

Leid tut es Chwatal nicht nur für die ambitionierten Rennfahrer. "Sollte der Schnee ausbleiben, wäre das tragisch für die Nachwuchsarbeit", meint der Burglengenfelder. Gerade bei Vereins- und Stadtmeisterschaften würden Talente entdeckt und rekrutiert. "Wenn diese wegfallen, sind die Vereine gefordert Alternativprogramm zu entwickeln", sagt Chwatal. "Es geht ja darum, die Kinder für den Skisport bei der Stange zu halten."

(siehe auch Kasten links)
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