Skispringen
Freund bricht den Bann

Sichtlich erstaunt war Severin Freund über seinen dritten Platz in Lahti. Bild: dpa

Lahti. Der erste Podestplatz seit fast sechs Wochen wirkte auf Severin Freund wie eine Erlösung. Mit einem strahlenden Lächeln genoss der Weltmeister nach seinem dritten Rang beim Weltcup in Lahti die Siegerehrung. "Es freut mich sehr. Ich war ja längere Zeit ohne Podiumsplatzierung. Es ist schön, wieder da zu sein", sagte Freund. Im WM-Ort von 2017 musste er am Freitagabend lediglich dem Österreicher Michael Hayböck und Daniel Andre Tande aus Norwegen den Vortritt lassen.

Das Erfolgserlebnis hatte Freund allerdings nicht allein seiner Leistung zu verdanken. Der 27-Jährige Freund profitierte auch davon, dass sich der Trainer von Weltcup-Dominator Peter Prevc verzockte. Der zur Halbzeit klar führende Vierschanzentourneesieger aus Slowenien kam im Finale bei freiwillig verkürztem Anlauf nur auf 123 Meter und fiel auf Rang fünf zurück.

Nach Sprüngen auf 125 und 128 Meter lag der Bayer knapp sechs Punkte hinter Hayböck, der mit 128 und 129 Metern die Gunst der Stunde nutzte. "Damit habe ich nicht gerechnet, denn Severin hat hier relativ schlecht angefangen. Aber er hat sich in seiner bewährten ruhigen Art gesteigert und herangekämpft", erklärte Bundestrainer Werner Schuster.

Freund beendete die seit seinem dritten Platz am 10. Januar in Willingen anhaltende Weltcup-Durststrecke der DSV-Springer, die seither siebenmal nacheinander leer ausgegangen waren. In der Gesamtwertung konnte der Vorjahrestriumphator als Zweiter mit 1062 Punkten den Rückstand auf Prevc (1619) etwas verkürzen.

Auf Unterstützung seiner Teamkollegen hoffte Frontmann Freund auch in Lahti vergeblich. Richard Freitag konnte sein Potenzial erneut nicht abrufen und musste sich nach Sprüngen auf 120 und 121 Meter mit Rang zwölf begnügen. Karl Geiger wurde 18., Markus Eisenbichler sammelte als 26. ebenfalls Weltcup-Punkte. Völlig von der Rolle präsentierten sich die Team-Olympiasieger Andreas Wellinger und Andreas Wank sowie Stephan Leyhe. Das Trio schied bereits im ersten Durchgang aus.
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