Slalom-Debakel für DSV-Fahrerinnen - Jessica Hilzinger einziger Lichtblick
Historische Pleite

Mikaela Shiffrin dominierte bei den beiden Slalom-Rennen in Aspen. Bild: dpa
Das ist dem deutschen Damen-Team seit 15 Jahren nicht mehr passiert: Die optimistisch in die ersten Saisonläufe gestarteten Slalom-Fahrerinnen haben beim Technik-Wochenende von Aspen eine dicke Blamage erlebt. Von jeweils sechs Athletinnen schaffte es in zwei Rennen nur die junge Jessica Hilzinger am Samstag in die Punkte - der Rest des Teams um die erfahrene Lena Dürr enttäuschte maßlos. "Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich sagen soll", meinte Dürr am Sonntag, nachdem sie im ersten Durchgang bei einem Rechtsschwung weggerutscht war und auf der Piste wütend in den Schnee geboxt hatte.

Es war eine historische Niederlage für den Deutschen Skiverband (DSV): Erstmals seit Dezember 2000 in Sestriere gab es in einem Weltcup-Slalom der Damen keinen einzigen Punkt. "Das war eine richtig satte Watschn für uns, wie man auf Bayerisch sagt", räumte Alpin-Chef Wolfgang Maier ein. "Die Leistung war eindeutig zu schwach."

Dabei hatten die Trainer Dürr und Maren Wiesler Plätze in den Top 15 zugetraut, bei Barbara Wirth und Tina Geiger wurden Ränge unter den besten 20 für möglich gehalten. Am Ende reisen alle vier und auch die junge Elisabeth Willibald ohne Ergebnis wieder aus Colorado ab, wo US-Star Mikaela Shiffrin mit zwei Slalom-Triumphen am Samstag und Sonntag die gesamte Konkurrenz in den Schatten gestellt hatte.

Nun müssen alle deutschen Damen vor dem nächsten Weltcup-Slalom am 13. Dezember in Are erst einmal wieder im Europacup ran. "Uns fehlt Rennpraxis und Selbstvertrauen", haderte Damen-Bundestrainer Markus Anwander. Einziger Lichtblick in den zwei Slalom-Tagen von Aspen war Jessica Hilzinger, die am Samstag beim überragenden Sieg von US-Skistar Mikaela Shiffrin gleich in ihrem ersten Weltcup-Rennen als 25. in die Punkte fuhr.

Doppelsieger Svindal

Aksel Lund Svindal bleibt der Ski-König von Lake Louise. 24 Stunden nach seinem Abfahrtserfolg war der norwegische Alpin-Star auch im Super-G nicht zu schlagen und feierte seinen insgesamt schon achten Weltcup-Triumph im kanadischen Wintersportort - allein sechs davon im Super-G. Am Sonntagabend setzte sich der 32-Jährige vor dem Österreicher Matthias Mayer (+0,35 Sekunden) und Peter Fill aus dem italienischen Team (+0,45) durch.

Glück hatte Josef Ferstl als bester deutscher Starter auf Rang 20 nicht, auch wenn er mit dem Abschneiden zufriedener war als einen Tag zuvor als 26. nach seiner verpatzten Abfahrt. Neben Ferstl gelang auch Andreas Sander dank Rang 30 noch ein Platz in den Weltcup-Zählern. Klaus Brandner nach einem Fahrfehler und Thomas Dreßen nach einem Sturz schieden dagegen aus.
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