Sofort die Reifeprüfung

Die SG Flensburg-Handewitt (rechts Henrik Toft Hansen) scheint besser für den Champions-League-Auftakt gerüstet als der große Konkurrent THW Kiel (links Joan Canellas). Den Bundesliga-Vergleich vor gut einer Woche entschied Flensburg mit 30:25 für sich. Während Kiel heute in Zagreb antritt, trifft Flensburg am Samstag auf Paris St. Germain. Dritter deutscher Starter in der Königsklasse sind die Rhein-Neckar Löwen. Bild: dpa

Die Handball-Champions-League beginnt für die drei deutschen Mannschaften gleich mit Kracher-Spielen. Kiel muss nach Zagreb, Flensburg empfängt Paris, und die Rhein-Neckar Löwen treffen auf Barcelona.

Den Anfang macht der deutsche Handball-Meister Kiel in der Gruppe A an diesem Donnerstag (19.00 Uhr/Sky) bei RK Zagreb. In der gleichen Staffel trifft am Samstag (17.30 Uhr/Sky) Flensburg auf Paris St. Germain. Ein ebenso schweres Heimspiel hat Vize-Meister Rhein-Neckar Löwen am Sonntag (19.30 Uhr/Sky) in der Gruppe B gegen Champions-League-Sieger FC Barcelona. Ist das deutsche Trio schon reif für die veränderte Königsklasse mit allein 14 Gruppenspielen? Ein Formcheck:

THW Kiel

Aron Palmarsson ist weg, und kurzfristig hat auch der ehemalige Welthandballer und Kapitän Filip Jicha den Club verlassen. Der deutsche Meister ist noch in der Findungsphase. Zwar hat das Team von Trainer Alfred Gislason mit dem Supercup den ersten Titel der Saison gewonnen, aber in der Bundesliga gegen Flensburg verloren (25:30). Auch der Heimauftritt gegen die TSV Hannover-Burgdorf (33:29) war alles andere als souverän. "Wir wollen zum Final4. Das ist eins unserer Ziele. Aber Favorit auf den Champions-League-Sieg sind wir nicht", befand Geschäftsführer Thorsten Storm. Viel wird von Domagoj "Dule" Duvnjak abhängen. Nach dem Weggang von Palmarsson und Jicha sowie Rasmus Lauge ist der Kroate Dreh- und Angelpunkt im Kieler Spiel.

SG Flensburg-Handewitt

"Eine Wundertüte sind wir nicht", verkündete Manager Dierk Schmäschke. Doch der hoch gewettete DHB-Pokalsieger ist unvermittelt zum Sorgenkind geworden. Erst ein 32:33 zu Hause gegen MT Melsungen, dann am Dienstag das 21:24 bei der HSG Wetzlar: Der Champions-League-Sieger von 2014 ist vor dem Start der Königsklasse aus dem Tritt geraten. Mit den Neuzugängen Rasmus Lauge, Henrik Toft Hansen, Kentin Mahe und Petar Djordjic haben sich die Flensburger so gut verstärkt, dass sie neben Kiel als erster Anwärter auf die deutsche Meisterschaft gelten. Was der Nord-Club wirklich kann, muss er gegen Paris zeigen. Schmäschke: "Das ist die wohl beste Mannschaft der Welt - zumindest auf dem Papier."

Rhein-Neckar Löwen

Die Mannheimer sind glänzend in die Bundesliga gestartet. Trotzdem übt sich der Meisterschafts-Zweite in Zurückhaltung. "Gegen den Champions-League-Sieger das erste Spiel zu haben, ist toll, kommt für uns aber vielleicht ein bisschen zu früh", erklärte Geschäftsführer Lars Lamade. Allerdings könnte die Gelegenheit auf einen Erfolg gegen Barcelona günstig sein. Die Katalanen haben ihren Top-Mann Nikola Karabatic an Paris abgeben müssen und bei der Club-WM in Doha das Halbfinale gegen den späteren Turniersieger Füchse Berlin verloren.
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