"Spätberufener König der weißen Spur"
Demel ein 80iger

Fast zwei Jahrzehnte lang dominierte Walter Demel die Szene im deutschen Skilanglauf. Der Bayreuther, der am 1. Dezember seinen 80. Geburtstag feierte, freut sich noch immer über seine Bronzemedaille, die er bei der WM 1966 am Holmenkollen gewann. Bild: hfz
Bayreuth. Der dritte Platz bei der Weltmeisterschaft am Holmenkollen war sein größter sportlicher Erfolg. In Deutschland dominierte der Skilangläufer mit 26 Einzeltiteln fast über zwei Jahrzehnte die Szene. Der Bayreuther, der für den SC Zwiesel startete, gewann zwischen 1962 und 1975 26 nationale Einzeltitel und wurde erst später von Jochen Behle als der erfolgreichster deutscher Wintersportler abgelöst. Bei den Olympischen Winterspielen 1964, 1968, 1972 und 1976 war er ebenfalls vertreten, wie bei vier Weltmeisterschaften im gleichen Zeitraum. Die Rede ist von Walter Demel, der am 1. Dezember seinen 80. Geburtstag feierte und Vorbild für Generationen war.

Leider kein Schnee

In seinem Haus im Bayreuther Stadtteil Seulbitz wurde gestern gefeiert, auch wenn Demel im Vorfeld meinte: "Wir machen da kein großes Aufhebens. Man kann doch froh sein, wenn man so alt wird." Trotzdem dürfte es an Geschenken nicht gemangelt haben. Auch wenn er sein liebstes Geschenk nicht erhielt: Schnee. Auf den freut sich das ehemalige Langlauf-Ass jedes Jahr. "Der kommt sicher noch", hofft Demel, dass er auch in diesem Winter mit seiner Frau seine Runden im Fichtelgebirge drehen kann. Aber alles in klassischer Technik, die er für ästhetischer hält als die Skating-Technik. Im Sommer sieht sein Fitness-Programm Radtouren ins Fichtelgebirge und bis nach Thüringen vor.

Silbernes Lorbeerblatt

An Auszeichnungen hat Walter Demel fast alle erhalten. Seine Leistungen wurden mit dem silbernen Lorbeerblatt der Bundesrepublik ebenso gewürdigt, wie mit dem sieben Mal verliehenen Goldenen Ski des deutschen Skiverbandes.

Pech hatte der gelernte Dachdecker, der erst mit 22 Jahren richtig in den Profisport aufstieg und als "spätberufener König der weißen Spur" tituliert wurde, bei Olympia in Sapporo 1972: "Hätte ich eine andere Startnummer zugelost bekommen, wäre eine Medaille möglich gewesen. Denn kurz vor seinem Start begann es zu schneien. So musste er mit zwei fünften und zwei siebten Rängen aus Japan abreisen.
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