Sportgroßmacht will nach Ausschluss der Leichtathleten aus dem Weltverband umgehend Reformen ...
Rio ohne Russen - das soll nicht passieren

Aufklären, aufräumen, abstrafen: Nach dem Weckruf durch eine historische Strafe will die Sportgroßmacht Russland zügig Reformen einleiten und einen Bann für Olympia in Brasilien abwenden. Sommerspiele 2016 ohne russische Leichtathleten - erstmals seit dem Boykott 1984? Mit diesen düsteren Gedanken wollen sich die Mächtigen in Moskau gar nicht erst befassen. Doch wenn den Worten nicht schnell Taten folgen, droht bei den Spielen am Zuckerhut in der olympischen Kernsportart ein "Rio ohne Russen".

Das IAAF-Council hatte die Gesamtrussische Leichtathletik-Föderation (WFLA) am Freitagabend vorläufig aus dem Weltverband ausgeschlossen und damit auf die gravierenden Verletzungen des Anti-Doping-Codes der WADA reagiert. Moskau darf nun bis auf Weiteres keine Sportler zu internationalen Veranstaltungen mehr schicken. Das Verdikt hat eine historische Dimension: Noch nie hatte die IAAF einen nationalen Verband wegen Dopings komplett suspendiert.

Als Konsequenz aus dem gigantischen Dopingskandal soll die gesamte Führungsriege im russischen Leichtathletik-Verband (WFLA) ausgewechselt werden. Auf einer Sondersitzung am 16. Januar will man neue, unbelastete Funktionäre wählen. Die zweifache Olympiasiegerin Swetlana Masterkowa wolle sich um den Chefposten bewerben, gab das Sportministerium in Moskau am Sonntag bekannt. Eine Kandidatur von Weltklasse-Stabhochspringerin Jelena Issinbajewa sei offen, hieß es. "Die Politik des IOC ist vollkommen klar: Strafe für die Gedopten und ihre Hinterleute, Schutz für die sauberen Athleten. Und das muss für alle weltweit gelten", sagte Thomas Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees.
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