Sprung zur Medaille?

Ohne Rekordchamp Thomas Lurz zählen die deutschen Freiwasserschwimmer zum WM-Auftakt nicht zu den Medaillenfavoriten. Die Turm-Weltmeister Patrick Hausding und Sascha Klein dagegen schon.

Zwei Jahre nach dem Goldcoup von Barcelona sind Hausding und Klein am Auftakt-Wochenende der Schwimm-Weltmeisterschaften in Kasan die größten deutschen Medaillenhoffnungen. "Eine Mission Titelverteidigung haben wir hier nicht. Die Mission Olympia-Quotenplatz ist das entscheidende", betonte Hausding - das wäre gleichbedeutend mit einer Medaille.

Am Samstag werden die ersten Medaillen der insgesamt 75 Entscheidungen der Titelkämpfe in Russland vergeben, bei denen es auch um das WM-Rekordpreisgeld von 5,5 Millionen Dollar (5 Millionen Euro) geht. "Ich hoffe, dass wir uns am Wochenende das eine oder andere Metall vielleicht abholen können", erklärte Leistungssportdirektor Lutz Buschkow. Am Freitag waren die Sicherheitsvorkehrungen wegen des Besuchs von Kremlchef Wladimir Putin bei der Eröffnungsfeier rund um die Arenen besonders hoch.

377 Tage vor dem Start der Sommerspiele geht es für alle Nationen um weit mehr als um WM-Medaillen, denn es werden schon viele Startplätze für Rio 2016 gebucht. "Es ist eine wichtige Standortanalyse im Olympiajahr in allen Bereichen", betonte Buschkow. Letztlich seien die Quotenplätze mehr wert als Medaillen.

Anders als in den Vorjahren fehlt der zurückgetretene Freiwasser-Rekordweltmeister Thomas Lurz als fleißigster deutscher Medaillensammler zum Auftakt. Ohne den "absoluten Leistungsgaranten", so Buschkow, wollen sich Finnia Wunram, Rob Muffels und der erst 17-jährige Florian Wellbrock im Wolga-Nebenluss Kasanka am Samstag (9.00 Uhr) achtbar schlagen. Dagegen sind Medaillen bei Hausding/Klein fast schon zur Gewohnheit geworden. WM-Silber 2011, WM-Gold 2013 und am laufenden Band EM-Titel. "Wir trainieren am Samstag noch mal, dann geht's in die Vollen", sagte Serien-Europameister Hausding vor dem Wettkampf am Sonntag (Finale 18.30 Uhr).

Der russische Titelkampf-Gastgeber will gleich zum Start Gold bejubeln. Im Synchronschwimmen ist für das Team um die nach einer Babypause zurückgelehrte Rekordweltmeisterin Natalia Ischtschenko in allen neun Disziplinen der Titel drin. Neu im Programm: Ein Mixed-Wettbewerb, in dem Männer und Frauen in Duetten antreten.
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