SpVgg Unterhaching kann Abstieg mit Sieg gegen SpVgg SV Weiden verhindern
Haching braucht den Pokalsieg

Trainer Claus Schromm nimmt seine Mannschaft in die Pflicht: Für die SpVgg Unterhaching ist ein Sieg gegen die SpVgg SV Weiden im bayerischen Pokalfinale ein absolutes Muss. Die Oberbayern sind auf die Einnahmen aus dem DFB-Pokal dringend angewiesen. Bild: Brouczek

Die Zukunft des abstiegsgefährdeten Fußball-Drittligisten SpVgg Unterhaching könnte sich ausgerechnet bei der SpVgg SV Weiden entscheiden. Eine Niederlage am Mittwoch (19 Uhr) im bayerischen Pokalendspiel hätte womöglich weitreichende Folgen. Der Präsident lockt mit einer Extra-Prämie.

Für die SpVgg Unterhaching geht es im Saisonendspurt ins Eingemachte. Der Ex-Bundesligist kämpft derzeit gleich an mehreren Fronten ums Überleben. So muss, was den sportlichen Bereich angeht, im Liga-Saisonfinale am Samstag unbedingt ein Dreier beim FC Erfurt her. Wenn nicht, ist der Abstieg in die Regionalliga Bayern besiegelt.

Schützenhilfe nötig

Aber selbst bei einem Sieg ist die Mannschaft auf Schützenhilfe angewiesen. Denn gleichzeitig muss der FSV Mainz 05 II gegen den Chemnitzer FC oder Hansa Rostock bei Dynamo Dresden verlieren, damit man die Klasse halten kann. "Da gibt's nur eins: Vollgas ab der ersten Minute", hat Thomas Hagn angekündigt. Gas geben muss der Verteidiger auch nach dem Schlusspfiff. Unmittelbar danach geht es für das SpVgg-Talent mit der deutschen U20-Nationalelf zur WM nach Neuseeland. Vielleicht der einzige Hachinger, für den die Saison mit einem Höhenflug endet.

Der Klassenerhalt auf sportlichem Weg ist jedoch nur die eine Seite der Medaille. Mindestens ebenso viele Sorgen wie die missliche Tabellensituation bereitet die wirtschaftliche Schieflage. Um es klar auszudrücken: Die Oberbayern stehen, was die Finanzen betrifft, mit dem Rücken zur Wand. Ex-Profi Manfred Schwabl, der vor drei Jahren den Vereinsvorsitz von Engelbert Kupka (39 Jahre im Amt!) übernahm, kündigte bei der Jahreshauptversammlung im Dezember 2014 schon mal einen "verschärften Sparkurs" angesichts sinkender Sponsoreneinnahmen an. Die für den Spielbetrieb 2014/15 veranschlagten 1,3 Millionen Euro wurden kurzerhand auf rund 900 000 Euro abgesenkt. "Gäbe es eine Tabelle für die sparsamsten Klubs, wären wir auf einem Aufstiegsplatz", meinte Schatzmeister Robert Perchthold.

Zwei Punkte abgezogen

Beim Deutschen Fußballbund fand die Hachinger Sparsamkeit jedoch keine Anerkennung. Anfang April strafte der DFB den Klub ab und zog ihm zwei Punkte ab. Die Auflage, eine Liquiditätslücke zu schließen, konnte die SpVgg nicht erfüllen. Kurz zuvor hatte bereits Cheftrainer Christian Ziege entnervt das Handtuch geworfen, seitdem versucht sein Nachfolger Claus Schromm das Ruder doch noch herumzuwerfen. Gut möglich aber, dass alle sportlichen Anstrengungen vergeblich sind. Es stellt sich die Frage, ob der DFB den Hachingern überhaupt die Lizenz für die Saison 2015/16 erteilt. Derzeit muss der Klub noch Auflagen erfüllen. Ob er dazu in der Lage ist, könnte nach Meinung von Vereins-Insidern auch entscheidend davon abhängen, dass der Sprung in den lukrativen DFB-Pokal gelingt.

Ob 3. Liga oder Regionalliga: Die finanziell klammen Rot-Blauen wollen mit Macht an die Fleischtöpfe des DFB-Pokals. "Die SpVgg SV Weiden zu unterschätzen, wäre grob fahrlässig. Dieses Endspiel hat für uns höchste Priorität", betont Trainer Claus Schromm. Und der Präsident legt nach. "Wenn die Mannschaft am Mittwoch in Weiden gewinnen sollte, dann gibt es eine satte Prämie", kündigt Schwabl an. "Sie bekommt einen Teil der 140 000 Euro, die wir mit dem Einzug in die erste Hauptrunde verdienen würden."
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