SSV Jahn feuert Schmidt

Alexander Schmidt beim blamablen Pokal-Aus des SSV Jahn Regensburg im September in Weiden: Am Montag teilte der Drittliga-Letzte mit, dass der junge Trainer entlassen wurde. Bild: Eger

Die Bilanz ist ernüchternd: In 17 Drittliga-Spielen nur drei Siege. Der SSV Jahn Regensburg ist seit Wochen Drittliga-Letzter. Dazu kommt auch noch das blamable Pokal-Aus gegen die SpVgg SV Weiden. Jetzt zog der Verein die Notbremse. Erster Leidtragender einer miesen Situation ist immer der Trainer.

Regensburg. (mr) Es waren noch einmal vier kleine Argumente gegen den Trainer: Nach dem 1:4 des SSV Jahn Regensburg am Samstag beim Chemnitzer FC setzten sich die Verantwortlichen des Drittligisten zusammen und beschlossen den Rauswurf von Alexander Schmidt. Nach nicht einmal einem halben Jahr ist der 46-jährige Schwabe auf der Trainerbank der Oberpfälzer schon wieder Geschichte.

"Aber es war nicht das Ergebnis von Chemnitz", sagte Christian Keller, Geschäftsführer Sport des SSV Jahn am Montag, "es war die Art und Weise, wie wir verloren haben." Keller sprach beim Aufritt des Drittliga-Letzten in Sachsen von einer "blamablen Vorstellung". Dabei hatten sie in Regensburg so gehofft, dass die Mannschaft die durchaus gute Leistung aus dem Heimspiel gegen Halle (1:1) auch sieben Tage später zeigen würde - Fehlanzeige.

Fünf Punkte Rückstand

Man habe immer mit dem Trainer offen kommuniziert, auch angesprochen, dass jetzt auch Ergebnisse kommen müssten, sagte Keller. Jetzt, am Anfang der Länderspielpause, sahen sich die Jahn-Verantwortlichen zum Handeln gezwungen. "Die Situation ist bedrohlich", will und kann der junge Geschäftsführer auch gar nichts beschönigen. Der Rückstand auf Nichtabstiegsplatz 17 in der 3. Liga beträgt schon 5 Punkte. In und um Regensburg will man sich gar nicht vorstellen, dass der SSV Jahn sein erstes Pflichtspiel in der kommenden Saison im neuen schmucken Stadion an der A 3 in der Regionalliga bestreitet.

Das Training in dieser Woche leiten Ilija Dzepina, der Coach der zweiten Mannschaft, sowie Co-Trainer Marcus Jahn. Auch Harry Gfreiter bleibt zunächst Co-Trainer. Er schließe grundsätzlich eine interne Lösung auf der Trainerposition nicht aus, erklärte Keller weiter. Allzu große Chancen auf die Nachfolge von Schmidt, der schon Anfang September 2013 beim Zweitligisten 1860 München entlassen worden war, dürfte Dzepina aber nicht haben.

Kein großer Name

Denn der Jahn wird sich natürlich extern auf dem Trainermarkt umschauen. Ein großer Name schwebt Keller nicht vor. "Es gilt Kompetenz vor Lebenslauf." Womöglich in der kommenden Woche soll der Neue vorgestellt werden. Eine riesige Aufgabe, Hoffnung macht in Regensburg derzeit nicht allzu viel.
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