St. Pauli setzt auf Philipp Ziereis

Immer obenauf: St. Paulis Philipp Ziereis (rechts) hat auch in diesem Zweikampf die Lufthoheit. Der Innenverteidiger aus Schwarzhofen (Kreis Schwandorf) hat jetzt beim Zweitligisten seinen Vertrag bis Mitte 2019 verlängert. Bild: dpa

Dieser junge Mann fürchtet sich vor nichts und niemandem. Schon gar nicht auf dem Fußballplatz. Ein junger Oberpfälzer sorgt für Sicherheit auf St. Pauli.

Hamburg. (mr) Philipp Ziereis ist der zweikampfstärkste Spieler des FC St. Pauli. In dieser Saison hat der Innenverteidiger, der aus Schwarzhofen (Kreis Schwandorf) stammt, fast 65 Prozent seiner Zweikämpfe gewonnen - Spitzenwert beim Zweitligisten und auch einer der besten bei allen Profis im deutschen Fußball-Unterhaus.

Die Hamburger wissen, was sie an ihrem Oberpfälzer haben. Und deswegen wurde der Vertrag des 22-Jährigen jetzt vorzeitig bis Juni 2019 verlängert. "Das ging alles relativ entspannt vonstatten", berichtet Ziereis von den Verhandlungen. Schon seit längerem war bekannt, dass St. Pauli das Abwehrtalent unbedingt halten will. "Perspektivisch hat Philipp das Potenzial, ein Führungsspieler zu werden", wird Sportdirektor Thomas Meggle im "Kicker" zitiert. Es habe in den letzten Monaten einige lose Anfragen von anderen Klubs gegeben, sagt der Oberpfälzer. Verfolgt wurde keine. Auch, weil für ihn auf St. Pauli alles passt: "Unsere Fans sind wirklich einmalig in Deutschland. Sie stehen auch zu uns, wenn es schlecht läuft", schwärmt er.

Wechsel vom SSV Jahn

Derzeit läuft es aber sehr gut bei den Hamburgern. Was wohl auch an Trainer Ewald Lienen liegt. Oft kommt "Zettel-Ewald" ja bei Übertragungen verbissen rüber, Ziereis hat da einen ganz anderen Typen kennengelernt. "Er ist wirklich sehr locker, hat einen super Umgang mit der Mannschaft." Lienen hat dem 1,85 Meter großen Oberpfälzer auch das Vertrauen geschenkt, als sich Innenverteidiger und Kapitän Sören Gonther Mitte August schwer verletzte. Seitdem bildet Ziereis, der im Sommer 2013 vom SSV Jahn Regensburg in den Norden gewechselt ist, mit Lasse Sobiech (ehemals Dortmund, HSV und Fürth) das Innenverteidigerpärchen. Die beiden ergänzen sich sehr gut.

Trotz des bisher tollen Saisonverlaufs - das furiose 4:0 am Montag gegen Fortuna Düsseldorf war der bisherige Höhepunkt - sind sie bei St. Pauli aber alle ganz entspannt. Vom Aufstieg werde nicht geträumt, sagt Ziereis. Sie bleiben am Boden, wie auch Ziereis selbst, der immer wieder gerne in die Oberpfalz heimkommt. "In der letzten Länderspielpause war ich da", berichtet er. Damals schaute er sich auch das Bezirksligaspiel seines Heimatvereins SV Schwarzhofen gegen den 1. FC Schwarzenfeld an. Schließlich spielt dort sein vier Jahre jüngerer Bruder Julian. Der A-Jugendliche hat sich schon einen Platz in der "Ersten" erkämpft. Mit Tipps für Julian, der im defensiven Mittelfeld spielt, will sich Philipp zurückhalten: "Er ist ein ganz anderer Typ."

Philipps Typ ist nach der Länderspielpause in seiner bayerischen Heimat wieder gefragt. Am Samstag, 21. November, spielt der FC St. Pauli bei den Münchener "Löwen". Und da ahnt Ziereis, dass schon im Vorfeld viel Arbeit auf ihn zukommt: "Da muss ich sicherlich einige Karten für Familie und Freunde besorgen."
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9610)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.