Stark wechselt zur Hertha

Es war sein letztes Bayern-Derby: Am Montag vergangener Woche kämpfte Niklas Stark noch gegen die Münchener "Löwen", ab sofort läuft das Nürnberger Talent für Hertha BSC auf. Bild: dpa

Die Ziele des 1. FC Nürnberg geraten schon früh in der Saison in Gefahr. Nach dem mäßigen Zweitligastart muss Trainer Weiler den Verlust von Defensivtalent Stark schlucken. Ein Österreicher soll dafür der wackligen Abwehr künftig Halt verleihen.

Am Tag nach der Niederlage beim Tabellenführer VfL Bochum bekamen die Hoffnungen auf eine sportliche Renaissance des 1. FC Nürnberg in der 2. Fußball-Bundesliga mit dem Verkauf von Defensivtalent Niklas Stark einen weiteren Dämpfer. Der Club lässt den U19-Europameister für eine Ablösesumme von rund drei Millionen Euro zum Bundesligisten Hertha BSC ziehen. Am Montagnachmittag präsentierten die Franken prompt einen Ersatz: Der Österreicher Georg Margreitter, der zuletzt beim englischen Zweitligisten Wolverhampton Wanderers unter Vertrag stand, unterschrieb einen Kontrakt, dessen Laufzeit der FCN nicht bekanntgab.

Der 26 Jahre alte Innenverteidiger soll den Club im Abwehrbereich flexibler aufstellen und für mehr Stabilität sorgen, wie Fußballchef Wolfgang Wolf äußerte: "Er bringt reichlich Erfahrung mit und ist jemand, der als Führungsspieler in der Abwehr Verantwortung übernehmen kann." Margreitter sagte, er freue sich "total auf die Aufgabe" in Nürnberg. Der Österreicher war 2012 nach England gewechselt und von Wolverhampton zwischenzeitlich an den FC Chesterfield und den FC Kopenhagen ausgeliehen worden. Den Abgang von Defensivtalent Stark hatte FCN-Trainer René Weiler nach dem Training am Vormittag bestätigt und dabei sportlich von einem "Verlust für uns" gesprochen. Der Wechsel hatte ganz offensichtlich finanzielle Hintergründe. "Er ist für den Club wohl erheblich", sagte Weiler. "Wenn das Transfergeld dem Verein gut tut, dann muss man diese Entscheidung als Trainer auch akzeptieren."

Der 20-jährige Stark unterzeichnete in Berlin einen Vertrag bis 2019 und trainierte schon am späten Nachmittag mit seinem neuen Team. "Die Entscheidung ist mir schwergefallen. Ich bin beim Club groß geworden und habe dem Verein ganz viel zu verdanken. Mein klares Ziel war immer, erste Liga zu spielen. Den nächsten Schritt in meiner persönlichen Karriere sehe ich in Berlin. Dem Club drücke ich natürlich auch in Zukunft noch die Daumen", erklärte Stark zum Abschied auf der Internetseite des 1. FC Nürnberg.

Das Eigengewächs aus Neustadt an der Aisch war im Alter von neun Jahren zum Club gekommen. Beim 1:2 in Bochum konnte ihn Weiler letztmals einsetzen. Stark war im defensiven Mittelfeld noch der beste Nürnberger beim Spiel im Ruhrpott.

Der scheidende Sportvorstand Martin Bader warb dennoch um Verständnis für den Verkauf: "Es gab in der Vergangenheit immer wieder Angebote für ihn und gerade in den vergangenen Wochen intensiven Kontakt, den wir stets abgeblockt haben. Doch Nik wollte nun unbedingt den nächsten Schritt machen und in der Bundesliga spielen. Wenn der wirtschaftliche Rahmen und der Wunsch des Spielers immer konkreter werden, sehen wir uns verpflichtet, uns seriös damit auseinanderzusetzen."
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