Starker Auftritt in Baku

Die deutschen Volleyballer setzten der eindrucksvollen deutschen Bilanz die Krone auf: Zum Abschluss der Europaspiele in Baku besiegten sie Endspielgegner Bulgarien und gewannen Gold. Bild: dpa

Die Volleyballer vergolden das Abschluss-Wochenende der Europaspiele. Insgesamt zeigt sich der deutsche Sport mit dem Auftritt in Baku "sehr zufrieden". Die Judoka feiern ein historisches Ergebnis. Für den umstrittenen Gastgeber gibt es viel Lob.

Die Volleyball-Asse und Judo-Damen haben den starken deutschen Europaspiele-Auftritt mit einem furiosen Abschluss veredelt. Kurz vor der Schlusszeremonie im Olympiastadion von Baku feierten die Volleyballer am Sonntag beim harterkämpften 3:1-Finalsieg über Bulgarien den wichtigsten Titel nach der Wiedervereinigung. Auf der Matte rundete das Team um Fahnenträgerin Martyna Trajdos mit Silber das medaillenreichste EM-Einzelergebnis der Judoka seit 1992 ab. "Wir sind insgesamt mit der sportlichen Bilanz unserer Europaspiele-Mannschaft sehr zufrieden", lobte Chef de Mission Dirk Schimmelpfennig am letzten Wettkampftag.

Mit 16 Goldmedaillen belegte die deutsche Mannschaft im Nationenranking Platz vier, bei 66-mal Edelmetall liegt nur der unangefochtene Spitzenreiter Russland besser. "Wir müssen unsere Arbeit im Leistungssport intensivieren und noch zielgerichteter betreiben, um die Farbe der Medaillen ins Positive zu verändern", forderte Schimmelpfennig auf dem Weg zu Olympia 2016.

Zweiter Coup

Neben den mit jeweils drei Europaspiele-Titeln überragenden Kanuten und Schützen dürfen auch die Volleyball-Herren mit reichlich Selbstvertrauen in die entscheidende Qualifikationsphase für Rio starten. Nach WM-Bronze glückte der Auswahl von Bundestrainer Vital Heynen schon der zweite Coup binnen neun Monaten. Die ersten zwei Sätze sicherte sich sein Team souverän, geriet zwar beim 29:31 im dritten Durchgang kurz ins Straucheln, behielt mit 25:21 zum Ende aber die Nerven.

Lange mussten auch die deutschen Judoka auf einen solchen Erfolg wie in der Heydar-Aliyev-Arena warten, wo gleichzeitig auch die EM ausgetragen wurde. Neun Einzel-Medaillen gab es zuletzt vor 23 Jahren, am Sonntag kam ein zehntes Edelmetall hinzu. Das Damen-Team kämpfte sich ins Finale, unterlag dort aber Frankreich 1:4. "Das ist ein ganz, ganz großartiges Ergebnis", resümierte Verbands-Direktor Mark Borchert die Europaspiele. Am letzten Wochenende sorgte die zweite Badmintongarde mit dreimal Bronze für ein überraschendes Ergebnis, die deutschen Junioren-Schwimmer machten mit ihrem dritten Gold durch die 16-jährige Maxine Wolters schon Hoffnung für Olympia 2020.

Lob für Baku

Ambitionen auf baldige Sommerspiele hegt auch der in der Öffentlichkeit umstrittene Europaspiele-Gastgeber. Angespornt von dem europaweiten Lob aus dem Sport soll auf die Europaspiele ein noch gigantischeres Projekt folgen. Zwar hat Aserbaidschan, dessen Regierung wegen Verstößen gegen Menschenrechte und Pressefreiheit in der Kritik steht, noch nicht über eine Kandidatur für 2024 als Konkurrent von Hamburg entschieden. "Sie sind sehr gut in der Lage, Olympische Spiele zu veranstalten", assistierte bereits Patrick Hickey, Präsident des Europäischen Olympischen Komitees.
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