Stelian Moculescu hört auf
Sieg zum Abschied

Friedrichshafen. Zum Abschluss seiner beeindruckenden Karriere bekommt Trainerlegende Stelian Moculescu nochmal einen ganz großen Auftritt. Nach dem Einzug ins Endspiel will der 65-Jährige mit dem VfB Friedrichshafen gegen den Dauerrivalen Berlin Volleys seine letzte Meisterschaft holen. "Berlin ist immer etwas Spezielles. Ich hoffe, wir können eine gute Serie hinlegen", sagte er nach dem deutlichen 3:0 im entscheidenden Halbfinal-Duell mit den United Volleys Rhein-Main. Beide Vereine treffen zum neunten Mal in den Endspielen aufeinander.

Moculescu wirkte am Donnerstagabend nach den lobenden Worten seines unterlegenen Trainerkontrahenten Michael Warm leicht gerührt. Dem Trainer der United Volleys war es ein Anliegen, sich von dem früheren Nationalcoach zu verabschieden. "Ich habe schon mit ganz vielen tollen Trainern zusammenarbeiten können, ich habe aber von keinem so viel lernen können wie von Stelian", erzählte er. "Ich habe keinen Trainer erlebt, der mit so einer Qualität Spieler ausbilden konnte." Was etwas rührselig klang, war die verbale Verneigung vor einer Legende des Sports. Gefühlsduselig wurde Moculescu indes nicht, obwohl das dritte Halbfinal-Duell sein letztes als Trainer hätte sein können. "Wenn es das letzte gewesen wäre, dann wäre es eben das letzte gewesen", meinte er. "An sowas denke ich nicht, dafür habe ich nun wirklich keine Zeit." Im März hatte Moculescu, der im Januar sein 40-jähriges Trainerjubiläum gefeiert hatte, seinen Abschied zum Saisonende angekündigt.

Der Einzug in sein 20. Finale um die deutsche Meisterschaft war für den VfB nicht einfach. Am Ende war das 2:1 in der Best-of-Three-Serie aber ungefährdet. "Der VfB hat uns die Grenzen aufgezeigt, uns fehlt noch die Qualität", räumte Warm ein.

Auf dem Weg zu seiner 14. Meisterschaft will sich der Titelverteidiger vom Bodensee nicht aufhalten lassen. "Das Finale der deutschen Meisterschaft ist immer etwas Besonderes. Für mich in Berlin sowieso, das ist meine Heimat", erzählte Friedrichshafens routinierter Außenangreifer Björn Andrae, der von 1993 bis 2000 für den BR-Vorläuferverein SCC Berlin aktiv war.
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