Stolperstein HSV

Der Hamburger Ivo Ilicevic (rechts) ist schon fast an Roman Bürki vorbei. Der Dortmunder Torwart kann den HSV-Spieler nur durch ein Foul stoppen. Den Elfmeter verwandelt Lasogga zum 1:0. Bild: dpa

Im ersten Spiel der Bundesliga nach den Terroranschlägen von Paris konnte von einem normalen Spiel noch nicht die Rede sein. Auch das Ergebnis fiel ungewöhnlich aus. Der HSV erwies sich mal wieder als Stolperstein für den BVB und siegte klar mit 3:1.

Scharfe Einlasskontrollen wie selten zuvor, zwei Schweigeminuten - und eine sportliche Überraschung. Die Fußball-Bundesliga hat mit dem 3:1 (2:0) des Hamburger SV gegen Borussia Dortmund am Freitag einen ersten Schritt zurück in den sportlichen Alltag vollzogen. Nach den blutigen Terroranschlägen von Paris und der Absage des Länderspiels in Hannover wegen Hinweisen auf einen Anschlag konnte von einem normalen Fußballspiel aber noch nicht die Rede sein.

Auch das Ergebnis fiel gemäß den sportlichen Voraussetzungen "unnormal" aus: Pierre-Michel Lasogga per Foulelfmeter (19.), Lewis Holtby (41.) und ein Eigentor von Mats Hummels (55.) fügten dem Tabellenzweiten Dortmund die erst zweite Saison-Niederlage zu und bescherten dem HSV einen weiteren Erfolg gegen seinen Lieblingsgegner. Für die Hanseaten, die mit 18 Punkten auf den achten Platz vorrückten, war es bereits der fünfte Sieg gegen den BVB aus den letzten sieben Duellen. Das 15. Saisontor von Aubameyang war für die Westfalen zu wenig (86.).

"Wir haben in der ersten Halbzeit sehr schlecht gespielt, uns in der gegnerischen Hälfte viel zu wenig bewegt und bei den Gegentoren individuelle Fehler gemacht. Vielleicht ist es auch ganz gut, dass wir mal einen Denkzettel bekommen haben", sagte Marcel Schmelzer und Torwart Roman Bürki sprach von "fehlender Aggressivität und Konzentration". HSV-Coach Bruno Labbadia war dagegen hochzufrieden: "Die Mannschaft hat den Anlass dazu gegeben, dass die Zuschauer dankbar sind. Sie hat leidenschaftlich gespielt und es auch taktisch sehr gut gemacht."

Das Spiel begann mit einer 15-minütigen Verspätung, was aber am hohen Verkehrsaufkommen lag. Als es dann losging, war der HSV gleich hellwach. Mit großem Einsatzwillen und hoher Laufbereitschaft stellten die Gastgeber den BVB vor arge Probleme. Bereits in der 16. Minute hatte Ivo Ilicevic die Chance zur HSV-Führung, sein Volleyschuss aus aussichtsreicher Position verfehlte aber weit das Ziel. Nur drei Minuten später war Ilicevic wieder beteiligt, diesmal mit mehr Erfolg. Nach einem feinen Pass von Holtby war der Kroate frei durch, umkurvte Bürki und kam zu Fall. Den fälligen Strafstoß verwandelte Lasogga sicher, für den Stürmer war es bereits das sechste Saisontor.

Auch in der Folgezeit hatten die Dortmunder ihre Probleme mit dem aufopferungsvollen Spiel des HSV. Echte Torchancen der Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel waren im ersten Durchgang Fehlanzeige. Vor allem die Fehler in der Hintermannschaft bereiteten Tuchel Sorgen. So auch beim zweiten Gegentor: Nach einem schlimmen Fehlpass von Matthias Ginter kommt der Ball über Lasogga und Nicolai Müller zu Holtby, der Bürki keine Chance ließ.

Nach dem Seitenwechsel schien der BVB das Spiel besser in den Griff zu bekommen - und wurde prompt kalt erwischt. Nach einer Ecke von Holtby unterlief Hummels ein Eigentor. Auf der Gegenseite schien das Tor wie vernagelt. Erst scheitert Aubameyang aus kurzer Entfernung am starken HSV-Keeper Rene Adler (63.). Dann verfehlte Ilkay Gündogan knapp das Ziel (64.), zehn Minuten später fand der Mittelfeldspieler bei einem Freistoß seinen Meister in Adler.

Erst vier Minuten vor Schluss kamen die Dortmunder durch Aubameyang doch noch zum Torerfolg. Danach verhinderte Adler mit Weltklasse-Paraden einen weiteren Gegentreffer.
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