"Superschwer" für Leverkusen

Bayer hat mit dem 0:0 in Lissabon den Gruppensieg in der Champions-League verspielt. Dem BVB dagegen reichte das 1:1 gegen Anderlecht, um die erste Etappe erfolgreich zu beenden. Leverkusen konnte sich immerhin über eine Nachricht freuen: Weltmeister Kramer kehrt zurück.

Für Bayer Leverkusen wird es im Achtelfinale der Champions-League nach Einschätzung von Geschäftsführer Michael Schade "superschwer", dem BVB hingegen gelang zum dritten Mal nacheinander der Gruppensieg in Europas Fußball-Königsklasse. "13 Punkte sind eine Marke, egal, wie du sie herausgespielt hast", kommentierte Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp die Lage nach dem 1:1 gegen den RSC Anderlecht.

Leverkusen vergab indes mit dem 0:0 bei Benfica Lissabon seine wunderbare Ausgangsposition und muss nun als Tabellenzweiter hinter AS Monaco in der K.-o.-Runde mit einem ganz Großen der Branche rechnen. Immerhin gab es für die Bayer-Verantwortlichen am Morgen nach der tristen Nullnummer eine positive Nachricht: Weltmeister Christoph Kramer kehrt im Sommer 2015 nach Ende des Leihgeschäfts mit Borussia Mönchengladbach definitiv nach Leverkusen zurück.

Drei Comebacks

In Dortmund war das Tor des vor der Saison für 18,5 Millionen Euro verpflichteten italienischen WM-Starters Ciro Immobile zum 1:0 (58. Minute) nicht der einzige Lichtblick des Abends. Die Punktlandung der Borussia, die trotz des Gegentreffers von Aleksandar Mitrovic (84.) den Gruppensieg perfekt machte, wurde durch das Comeback von gleich drei Langzeitverletzten versüßt.

So bestritt Nuri Sahin erstmals seit sieben Monaten wieder ein Pflichtspiel für die Borussia - und genoss dabei nach eigenem Bekunden jede Minute: "Das Leiden hat ein Ende. Für mich ist das eine riesige Erleichterung." Zudem kehrten Jakub Blaszczykowski nach 318 Tagen und Oliver Kirch nach rund vier Monaten in das Team zurück. Die Aussicht auf mehr personelle Alternativen im anstehenden Bundesliga-Abstiegskampf und die ansprechende Vorstellung Immobiles besserten Klopps Laune zusätzlich auf. Lächelnd bedachte der Coach den Torschützen mit einem Sonderlob: "Ciro ist ein Kämpfer und entwickelt sich gut." Damit widersprach er ersten Spekulationen, wonach der BVB über einen Verkauf des Neuzugangs aus Turin schon in diesem Winter nachdenkt.

Im Tor verzichtete Klopp auf eine Rotation: Wie schon beim 1:0 gegen Hoffenheim musste sich Weltmeister Roman Weidenfeller mit einem Platz auf der Bank begnügen. Sein Vertreter Mitch Langerak nutzte die Chance, sich weiter zu empfehlen.

Rudi Völler erbost

In Lissabon erboste sich Bayer-Sportchef Rudi Völler über die "schlechteste erste Halbzeit, die wir in der Champions-League abgeliefert haben". Chefcoach Roger Schmidt beklagte ebenfalls die "fehlende Entschlossenheit und Kompromisslosigkeit", sah darüber hinaus aber keinen Grund zur Selbstkritik. "Meine Mannschaft zu verurteilen, die sich in einer ausgeglichenen Gruppe durchgesetzt hat, kann ich so nicht machen", erklärte Schmidt. "Ich kann ihr gratulieren, dass sie die K.-o.-Runde erreicht hat. Außerdem ist ein 0:0 bei Benfica keine Schande", ergänzte er.

Kritischer äußerten sich seine Profis. "Das war kein schönes Spiel", gab Torwart Bernd Leno offen zu. "Das war überhaupt nicht gut", meinte auch Rolfes, der für seine Abschiedstournee einen konkreten Achtelfinal-Wunsch äußerte: "Real ist ja nicht schlecht. Madrid wäre eine Reise wert."
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